Kollision von zwei Zügen im Wallis fordert elf Verletzte


News Redaktion
Schweiz / 03.07.20 11:49

Bei der Kollision von zwei Zügen in einem Tunnel in der Nähe von Oberwald VS sind am Freitagmorgen elf Reisende zumeist leicht verletzt worden. Ein Autozug war in die Flanke eines Reisezugs gefahren. Die Ursache war zunächst unbekannt.

Bei einer Zugskollision im Wallis sind mehrere Menschen verletzt worden. (FOTO: Matterhorn Gotthard Bahn)
Bei einer Zugskollision im Wallis sind mehrere Menschen verletzt worden. (FOTO: Matterhorn Gotthard Bahn)

Die Kollision der beiden Züge der Matterhorn Gotthard Bahn ereignete sich gegen 10.10 Uhr im Stephan-Holzer-Tunnel, wie die Bahngesellschaft mitteilte. Ein von Oberwald VS Richtung Realp UR verkehrender Autozug sei in die rechte Flanke eines von Andermatt UR in Richtung Oberwald VS verkehrenden Regionalzugs gefahren.

Von den Verletzten wurden sieben vor Ort durch Medizinalpersonal betreut, wie ein Sprecher der Walliser Kantonspolizei auf Anfrage sagte. Drei Verletzte seien mit Ambulanzen für weitere Abklärungen ins Spital gefahren worden, ein Betroffener sei per Helikopter ins Spital Sitten geflogen worden.

Die Sanität vor Ort ging aber nicht davon aus, dass jemand lebensgefährlich verletzt wurde. Man wollte einfach auf Nummer sicher gehen, sagte Polizeisprecher Mathias Volken zur Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Bilder von der Unfallstelle zeigten, wie der Autozug durch die Flankenfahrt angehoben wurde und in starker Schräglage mit den Rädern auf einer Seite noch auf den Schienen zum Stillstand kam. Er kippte aber nicht um. An einem der Wagen des Reisezugs wurde die Karosserie aufgerissen. Ein grösserer Teil der Karosserie drang in den Passagierraum ein.

Die Komposition des Autozugs bestand laut der Mitteilung aus einer Lokomotive mit neun Wagen und war mit rund 15 Fahrzeugen beladen. Mit dem aus einer Lokomotive und fünf Wagen bestehenden Regionalzug waren rund 30 Reisende unterwegs, wie es in der Mitteilung der Matterhorn Gotthard Bahn weiter heisst.

Ein Sprecher der Bahn sagte auf Anfragte, die Kollision habe sich auf einer Weiche ereignet. Die Unfallursache war zunächst nicht bekannt. Die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) sei für die Abklärung der Ursache aufgeboten worden, schreibt die Bahngesellschaft. Auch die Staatsanwaltschaft nahm in Zusammenarbeit mit der Polizei Ermittlungen auf.

Die Passagiere des Regionalzugs konnten nach Bahnangaben weiterreisen. Die Benutzer des Autozugs warteten vor Ort auf die Freigabe der Komposition und ihrer Fahrzeuge durch die Sust. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bahn betreuten sie.

Der Betrieb der Matterhorn Gotthard Bahn zwischen Ulrichen und Realp wurde vorübergehend eingestellt. Zwischen den beiden Orten wurden Bahnersatzbusse organisiert. Dadurch mussten die Reisenden rund eine Stunde mehr Zeit einrechnen. Die Matterhorn Gotthard Bahn ging davon aus, dass die betroffene Strecke voraussichtlich bis mindestens Betriebsschluss am Freitag gesperrt bleibt.

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Weisses Haus macht Hoffnung auf mehr Fortschritte im Nahost-Prozess
International

Weisses Haus macht Hoffnung auf mehr Fortschritte im Nahost-Prozess

Nach der überraschenden Annäherung zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten schürt das Weisse Haus Hoffnungen auf weitere Fortschritte im Nahost-Friedensprozess. "Wir sind überzeugt, dass weitere Länder in den Startlöchern stehen."

Beschuldigte verweigert in Missbrauchsprozess Aussage
Regional

Beschuldigte verweigert in Missbrauchsprozess Aussage

Das Kriminalgericht Luzern hat am Freitag eine Frau schuldig gesprochen, 2011 als 18-Jährige zusammen mit ihrem 17-jährigen Freund, ein 13-jähriges Mädchen sexuell missbraucht zu haben. Es verurteilte sie zu einer bedingten Geldstrafe von 300 Tagessätzen à 100 Franken, dies bei einer Bewährungsfrist von zwei Jahren.

Syphilis grassierte wohl schon vor Kolumbus in Europa
Schweiz

Syphilis grassierte wohl schon vor Kolumbus in Europa

Menschen in Europa könnten sich bereits im frühen 15. Jahrhundert mit Syphilis infiziert haben. Das würde gemäss einer Mitteilung der Universität Zürich (UZH) die gängige These widerlegen, dass Christoph Kolumbus die Krankheit aus Amerika eingeschleppt hat.

1991 löste sich die jugoslawisches Nationalmannschaft auf
Sport

1991 löste sich die jugoslawisches Nationalmannschaft auf

Im Sommer 1991 wird auch der Fussball vom Auseinanderbrechen des jugoslawischen Vielvölkerstaates erfasst. Damit zerfällt eine erfolgreiche Nationalmannschaft - mit Dänemark als grossem Profiteur.