Zweifel an Viruszahlen aus China - Behörde sagt Überarbeitung zu


News Redaktion
International / 31.03.20 12:21

Angesichts von Zweifeln an den offiziellen Daten zu Corona-Infektionen in China haben die Behörden Änderungen zugesagt. Ab dem 1. April sollen auch die Zahlen von Infizierten ohne Krankheitssymptome veröffentlicht werden.

Passanten am Montag in Wuhan, wo die Pandemie ihren Ausgang nahm. Auch Experten fragen sich, warum die Corona-Zahlen aus China eher niedrig sind. (FOTO: Keystone/AP Xinhua/SHEN BOHAN)
Passanten am Montag in Wuhan, wo die Pandemie ihren Ausgang nahm. Auch Experten fragen sich, warum die Corona-Zahlen aus China eher niedrig sind. (FOTO: Keystone/AP Xinhua/SHEN BOHAN)

Diese würden dann auch zentral für 14 Tage unter Quarantäne gestellt, sagte ein Mitglied der Nationalen Gesundheitskommission am Dienstag in Peking. Zuletzt war wiederholt vermutet worden, dass eine hohe Zahl von Infizierten in der offiziellen Statistik nicht auftaucht und dass Infizierte andere Menschen anstecken, weil sie gar nicht wüssten, dass sie das Virus in sich tragen.

In einem Eintrag auf einer Internet-Plattform vom 12. März etwa hatte ein Einwohner aus Yueyang erklärt, es habe mehrere Neu-Infizierte in der Stadt gegeben, auf der offiziellen Liste stehe aber die Zahl null. Die örtliche Regierung hatte daraufhin erklärt, es seien tatsächlich fünf Personen positiv getestet worden. Da sie aber keine Symptome gehabt hätten, seien die Behörden auch nicht verpflichtet gewesen, dies öffentlich mitzuteilen.

Zweifel gibt es zudem in der Stadt Wuhan, in der die Pandemie ihren Ausgang nahm. Dort sagten Bewohner und medizinisches Personal der Nachrichtenagentur Reuters, es habe in einigen Kliniken Probleme mit den Tests gegeben. Das habe bedeutet, dass einige Infizierte nicht registriert und nicht in die Statistik einbezogen worden seien.

Auch Experten fragen sich, warum die Zahlen aus der von der Kommunistischen Partei gelenkten Volksrepublik eher niedrig sind. Selbst wenn die Fälle in China um das Hundertfache über den offiziellen Daten liegen würden, wären immer noch weniger als ein Prozent der Bevölkerung infiziert, sagte etwa Raina McIntyre, Leiterin des Bereichs Biosecurity am Kirby Institute an der University of Now South Wales.

Offiziell gelten in China mit seinen mehr als 1,3 Milliarden Einwohnern derzeit rund 81500 Menschen als infiziert. In Staaten mit deutlich weniger Einwohnern - den USA, Italien und Spanien - werden höhere Fallzahlen genannt. Auch die Zahl der Menschen, die an der Lungenerkrankung gestorben sind, liegt dort höher als in China.

(sda)


Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Grossbritannien sucht für 5G-Ausbau Alternativen zu Huawei
Wirtschaft

Grossbritannien sucht für 5G-Ausbau Alternativen zu Huawei

Die Regierung in London treibt gemäss Insidern beim Ausbau ihres 5G-Netzes Gespräche mit anderen Telekommunikationsanbietern als Alternative zu Huawei voran. Das chinesische Unternehmen solle bis 2023 vollständig aus dem 5G-Netz verdrängt werden.

Gegen Corona-Hilfe für Luzern Tourismus - GPK der Stadt lehnt ab
Regional

Gegen Corona-Hilfe für Luzern Tourismus - GPK der Stadt lehnt ab

In der Stadt Luzern tritt die Geschäftsprüfungskommission (GPK) bei der Coronahilfe für die Wirtschaft auf die Bremse. Sie lehnt zwei Kredite zugunsten des Tourismus und des Detailhandels ab.

Vincenz Blaser neuer Staatsschreiber des Kantons Luzern 
Regional

Vincenz Blaser neuer Staatsschreiber des Kantons Luzern 

Vincenz Blaser, Generalsekretär des Justiz- und Sicherheitsdepartements, soll neuer Luzerner Staatsschreiber werden. Der Regierungsrat schlägt dem Kantonsrat den 55-jährigen Juristen zum Nachfolger von Lukas Gresch vor, der nun Generalsekretär des Eidgenössischen Departements des Innern ist.

Das Badeverbot in der Limmat bleibt - trotz Corona-Engpässen
Schweiz

Das Badeverbot in der Limmat bleibt - trotz Corona-Engpässen

Die GLP will das Badeverbot in der Limmat zwischen Stadthausquai und Oberem Letten lockern, um in der Corona-Pandemie mehr Platz für Schwimmerinnen und Schwimmer zu schaffen. Der Regierungsrat winkt jedoch ab. Dieses Anliegen habe der Kantonsrat schon einmal abgelehnt.