Zweiter Journalist binnen acht Tagen in Mexiko getötet


News Redaktion
International / 18.01.22 04:11

Bereits zum zweiten Mal im neuen Jahr ist in Mexiko ein Journalist getötet worden. Der Fotojournalist Margarito Martínez wurde nach ersten Informationen am Montag beim Verlassen seines Zuhauses in Tijuana erschossen, wie seine Ehefrau und Medien, für die er arbeitete, berichteten.

ARCHIV - Im von Gewalt gebeutelten Mexiko sind innerhalb von kurzer Zeit zwei Journalisten getötet worden. (Archivbild) Foto: Jair Cabrera Torres/dpa (FOTO: Keystone/dpa/Jair Cabrera Torres)
ARCHIV - Im von Gewalt gebeutelten Mexiko sind innerhalb von kurzer Zeit zwei Journalisten getötet worden. (Archivbild) Foto: Jair Cabrera Torres/dpa (FOTO: Keystone/dpa/Jair Cabrera Torres)

Der 49-Jährige hatte in der nordwestmexikanischen Stadt an der Grenze mit den USA für mehrere lokale und auch internationale Medien Fotos gemacht, vor allem für Berichte über Kriminalität. In Tijuana sind kriminelle Banden aktiv, die Drogen und Migranten in die USA schmuggeln und Menschen entführen.

Die Hintergründe der Tat waren zunächst unklar. Nach Angaben von Kollegen hatte Martínez mit einer Person Ärger gehabt, die in den Drogenhandel verwickelt sein soll. Einer der Arbeitgeber von Martínez, das Magazin Zeta, berichtete von einem Streit mit einem Nachbarn. Erst eine Woche zuvor war José Luis Gamboa, der Direktor eines Online-Portals, in der ostmexikanischen Stadt Veracruz getötet worden - Berichten zufolge mit einer Stichwaffe. Auch in dem Fall sind die genauen Hintergründe nach wie vor unbekannt.

Mexiko war im vergangenen Jahr nach einem Bericht der Organisation Reporter ohne Grenzen das dritte Jahr in Folge das gefährlichste Land für Journalisten. Demnach wurden in dem nordamerikanischen Staat im Jahr 2021 sieben Journalisten im Zusammenhang mit ihrer Arbeit getötet - an zweiter Stelle lag Afghanistan mit sechs solcher Fälle. Der mexikanische Präsident Andrés Manuel López Obrador verunglimpft kritische Journalisten immer wieder öffentlich als Lügner.

In dem lateinamerikanischen Land, in dem etwa 126 Millionen Menschen leben, gibt es allgemein sehr viel Gewalt - vor allem im Zusammenhang mit Drogenkriminalität. Zuletzt wurden fast 100 Morde pro Tag registriert, die meisten Taten werden nie aufgeklärt.

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Nach Brand weiterhin U-Haft für 13 Deutsche auf Mallorca
International

Nach Brand weiterhin U-Haft für 13 Deutsche auf Mallorca

13 Urlauber aus Deutschland, die auf Mallorca wegen mutmasslicher Brandstiftung festgenommen worden waren, bleiben vorerst hinter Gittern. Der zuständige Ermittlungsrichter in Palma ordnete für die Touristen Untersuchungshaft ohne Anrecht auf Kaution an, wie die Zeitung "Diario de Mallorca" und andere Regionalmedien am späten Samstagabend unter Berufung auf die Justiz der spanischen Mittelmeer-Insel berichteten. Ein Justizsprecher bestätigte am Sonntag auf Anfrage diese Informationen.

Habeck: Öl-Embargo gegen Russland
International

Habeck: Öl-Embargo gegen Russland "in greifbarer Nähe"

Der deutsche Wirtschaftsminister Robert Habeck erwartet, dass die EU bald ein Öl-Embargo gegen Russland verhängen wird. Ein Öl-Embargo sei "in greifbarer Nähe", sagte Habeck am Montagabend im ZDF-"heute journal".

Amherd und Stoltenberg beschliessen engere Zusammenarbeit
Schweiz

Amherd und Stoltenberg beschliessen engere Zusammenarbeit

Verteidigungsministerin Viola Amherd hat mit Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg in Davos vereinbart, unter Berücksichtigung der Schweizer Neutralität "enger und besser" zusammenzuarbeiten. Ein Nato-Beitritt sei hingegen "klar vom Tisch".

Im Pariser Terrorprozess haben Plädoyers der Nebenklage begonnen
International

Im Pariser Terrorprozess haben Plädoyers der Nebenklage begonnen

Im Prozess um die islamistischen Terroranschläge 2015 in Paris mit 130 Toten haben die Plädoyers der vielen Hundert Nebenkläger begonnen.