Neue Kampagne soll Zürcher Frauen für Tech-Berufe begeistern


News Redaktion
Schweiz / 08.12.22 09:37

Frauen verdienen immer noch weniger als Männer. Vor allem zwischen Müttern und Männern öffnet sich die Lohnschere. Es gibt weiterhin Branchen, in denen Frauen untervertreten sind. Die Zürcher Volkswirtschaftsdirektion will daher mehr Frauen für technologische Berufe begeistern.

Frauen arbeiten seltener als Männer in gut bezahlten Branchen. Die Zürcher Volkswirtschaftsdirektion will daher mehr Frauen für Tech-Berufe begeistern. (Symbolbild) (FOTO: KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER)
Frauen arbeiten seltener als Männer in gut bezahlten Branchen. Die Zürcher Volkswirtschaftsdirektion will daher mehr Frauen für Tech-Berufe begeistern. (Symbolbild) (FOTO: KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER)

Die Kampagne "Woman in Tech" hat das Ziel, den Frauenanteil in diesem Bereich zu erhöhen. An einer Medienkonferenz vom Donnerstag sagte Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh (FDP), dass dies schon seit langer Zeit versucht werde - mit mässigem Erfolg.

Die neue Kampagne sieht Walker Späh als Weckruf an die Gesellschaft. Frauen sollen gezielt über eine geänderte Sprache, positive Bilder und Emotionen für die IT-Branche angesprochen werden. "Wir müssen diesen Gender Gap bei den Tech-Berufen schliessen", sagte sie. Die Branche sei wichtig für den Innovationsstandort, auch Frauen sollten sie mitgestalten.

In den bestbezahlten Branchen, der Finanz- und Versicherungswirtschaft und der Information und Kommunikation, beträgt der Frauenanteil nur 39 Prozent respektive 31 Prozent, wie die Volkswirtschaftsdirektion mitteilte. Im Gesundheits- und Sozialwesen sind es 76 Prozent.

Dabei sind Frauen an Universitäten und Fachhochschulen in der Mehrheit. In der Medizin und Pharmazie beträgt der Frauenanteil 69 Prozent, bei den Rechtswissenschaften 67 Prozent.

Aber nicht nur die Wahl der Branche wirkt sich auf die Lohndifferenz von Männern und Frauen aus sondern auch die Mutterschaft, wie das aktuelle Zürcher Wirtschaftsmonitoring der Fachstelle Volkswirtschaft im Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) zeigt. Viele Frauen reduzieren dann ihr Pensum. Dadurch sinken nicht nur Einkommen sondern auch Karrierechancen und Berufserfahrung.

Oder die Frauen wählen von Anfang an Branchen, die in der Schweiz besser mit der Mutterschaft vereinbar sind. In den bestbezahlten Branchen sei es immer noch schwierig, mit Teilzeit Karriere zu machen, wie Luc Zobrist, Leiter der Fachstelle Volkswirtschaft, vor den Medien sagte.

Ein Vergleich mit Ländern wie Dänemark oder den USA zeigt grosse Unterschiede. Während in der Schweiz Frauen nach ihrer Mutterschaft rund 60 Prozent weniger verdienen, geht der Lohn in Dänemark um 20 Prozent zurück.

(sda)


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