Das ehemalige Spital in Heiden AR steht öffentlich zum Verkauf
Mitte 2021 wurden im öffentlichen Spital Heiden letztmals Patientinnen und Patienten behandelt. Rund zwei Jahre später teilte der Kanton mit, dass er das Areal verkaufen möchte. 2025 unterzeichnete die Regierung eine Absichtserklärung mit dem Verein Appenzellerland über dem Bodensee (AüB), hinter dem unter anderem mehrere Gemeinden des Appenzeller Vorderlandes stehen. Sie sollten das ehemalige Spital kaufen.
Daraus wird zumindest vorerst nichts. «Die Preisvorstellungen der Parteien liegen zu weit auseinander, um auf Anhieb eine einvernehmliche Lösung zu finden», wie es in einer gemeinsamen Mitteilung des Ausserrhoder Finanzdepartements und des AüB vom Freitag heisst. Zahlen werden nicht kommuniziert.
Komplett gescheitert sind die Verhandlungen zwischen dem Kanton und dem AüB aber nicht. Landammann und Finanzvorsteher Hansueli Reutegger (SVP) sagte auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA, dass die Differenzen lediglich die Preisvorstellungen beträfen, nicht aber das Vorhaben des AüB. «Wir lassen jetzt den Markt spielen und schauen, was vom Markt kommt». Dann werde sich zeigen, ob die Ausserrhoder Regierung oder die Gemeinden die realistischeren Preisvorstellungen haben.
Bisherige Mieter sollen bleiben dürfen
Trotz der Schliessung 2021 gibt es auf dem Areal des Spitals Heiden weiterhin eine medizinische Grundversorgung. Seit mehreren Jahren sind das Medizinische Ambulatorium in Heiden (MAiH) und das regionale Betreuungszentrum Heiden eingemietet. Eine zentrale Bedingung für den Kanton ist, dass potenzielle Käufer diese Mietverhältnisse weiterführen.
Die Ausserrhoder Regierung will nun zuerst weitere Kaufangebote abwarten. «Anschliessend werden der Kanton und die Gemeinden, basierend auf den vorliegenden Angeboten, die Verhandlungen fortsetzen», heisst es im Communiqué weiter.
Der Verein Appenzellerland über dem Bodensee umfasst die Gemeinden Grub, Heiden, Lutzenberg, Rehetobel, Reute, Wald, Walzenhausen, Wolfhalden sowie den Bezirk Oberegg. Zudem sind zahlreiche Unternehmen und Einzelpersonen Mitglieder des Vereins. Dessen Kaufangebot sieht die Gründung eines selbsttragenden Zweckverbandes vor. Konkret sollen Räumlichkeiten für ein ambulantes Gesundheitszentrum sowie für Angebote der regionalen Alterspflege bereitgestellt werden.