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Demokrat nimmt Republikanern Senatssitz in Texas ab

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Demokrat nimmt Republikanern Senatssitz in Texas ab

4. November 2026, 05:15 Uhr
dpatopbilder - Die Teilnehmer verfolgen die ersten Wahlergebnisse bei einer Wahlnachtveranstaltung. Foto: Eric Gay/AP/dpa
© Keystone/AP/Eric Gay
Erstmals seit fast 40 Jahren haben die Demokraten im umkämpften US-Bundesstaat Texas Hochrechnungen zufolge das Senatsrennen für sich entschieden. Ihr Kandidat James Talarico gewann gegen den von Präsident Donald Trump unterstützten republikanischen Kandidaten Ken Paxton, wie die Sender NBC News und CBS News auf Grundlage von Wählerbefragungen und Stimmauszählungen meldeten.

Für die Republikaner ist der Sieg der Demokraten bei dem Senatsrennen in Texas eine bittere Niederlage - mit hoher Symbolkraft auch über den südlichen Bundesstaat hinaus. Texas galt in den vergangenen Jahrzehnten als republikanische Hochburg. Dass die Demokraten ihnen nun ausgerechnet dort einen der 100 Sitze abnehmen, die der Senat in Washington insgesamt umfasst, zeigt, wie sehr die politische Landschaft in den USA ins Wanken geraten ist.

Es ist nach ihren Gewinnen in North Carolina und South Carolina bereits der dritte Senatssitz, den sie den Republikanern Hochrechnungen zufolge abnehmen.

Trump warb für umstrittenen Paxton - und auch Musk mischte mit

Der Sieg des 37-jährigen Talarico gegen den 63-jährigen Paxton ist auch für Trump persönlich eine Niederlage. Er hatte sich in der parteiinternen Vorwahl der Republikaner für Paxton ausgesprochen, der damals gegen den langjährigen Amtsinhaber John Cornyn angetreten war und als umstrittener Politiker gilt.

US-Medien charakterisieren Paxton häufig mit dem Begriff «skandalgebeutelt». Als Generalstaatsanwalt des Bundesstaats musste er sich unter anderem einem Amtsenthebungsverfahren wegen Vorwürfen von Korruption und Amtsmissbrauch stellen. Im vergangenen Jahr verliess ihn zudem seine Frau, die ihm Untreue vorwarf - für einen Politiker kann so etwas nicht nur im konservativ geprägten Bundesstaat Texas zum Problem werden.

Wie sehr Trump und seine Republikaner in dem südlichen Bundesstaat um ihren Senatssitz bangten, zeigte sich auch daran, dass der US-Präsident dort auf seiner Wahlkampftour gleich mehrfach stoppte. «Stimmt für Ken. Bringt ihn da rein», forderte er seine Anhänger etwa bei einer Wahlkampfveranstaltung in San Antonio Anfang Oktober auf. «Das ist so wichtig. Es ist entscheidend.» Zuvor hatten die Republikaner im September bereits ihren ersten grossen Parteitag vor Zwischenwahlen überhaupt im texanischen Dallas veranstaltet.

Auch der für seine rechten politischen Ansichten bekannte Tech-Milliardär Elon Musk versuchte, das Rennen in Texas, wo seine Unternehmen und er selbst inzwischen zuhause sind, zu beeinflussen: Er machte mehr als 150 Millionen Dollar locker, die in den Wahlkampf von Paxton flossen. Auf seiner Online-Plattform X machte Musk zudem ordentlich Stimmung gegen Talarico.

Demokratischer Hoffnungsträger: Bezahlbarkeit und Nächstenliebe

Der junge Demokrat wusste das in seinem Wahlkampf für sich zu nutzen: «Elon Musk versucht, diesen Senatssitz in Texas zu kaufen», rief er seinen Anhängern wenige Tage vor der Senatswahl in Houston zu. Er wolle seinen persönlichen US-Senator, aber man werde ihm zeigen: «Texas steht nicht zum Verkauf».

Talarico gab sich im Wahlkampf als Politiker, der in Washington für ein bezahlbares Leben kämpfen wird - und gegen Korruption. Seinen Kontrahenten Paxton stellte er dabei als Inbegriff eines korrupten Systems dar. «Ken Paxton verkörpert alles, was in unserer Politik falsch läuft», sagte er. «Bei dieser Wahl geht es darum, ob ihr einen Senator wollt, der dafür sorgt, dass ihr mehr Geld in der Tasche habt, oder einen, der sich selbst bereichert.»

Der 37-Jährige arbeitete früher als Lehrer in Texas und wurde 2018 erstmals ins Repräsentantenhaus des Bundesstaats gewählt. Im Wahlkampf machte Talarico auch seinen christlichen Glauben immer wieder zum Thema. Er setzte auf eine Botschaft der Nächstenliebe und porträtierte Texas als einen Bundesstaat, dessen Stärke in seiner kulturellen Vielfalt liege.

Quelle: sda
veröffentlicht: 4. November 2026 05:15
aktualisiert: 4. November 2026 05:15