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Entlassener SBB-Kadermann steht wegen Millionenbetrugs vor Gericht

Prozess

Entlassener SBB-Kadermann steht wegen Millionenbetrugs vor Gericht

27. Oktober 2026, 09:28 Uhr
In diesem Gebäude in Bellinzona TI findet der Prozess gegen den Ex-SBB-Kadermann statt. (Archivbild)
© KEYSTONE/TI-PRESS/ALESSANDRO CRINARI
Mit einem Firmenkonstrukt und vier Helfern soll ein früherer SBB-Mitarbeiter das Bahnunternehmen über Jahre hinweg um rund 8,7 Millionen Franken erleichtert haben. Am Dienstag hat am Bundesstrafgericht der Prozess gegen ihn und seine mutmasslichen Gehilfen begonnen.

Der Hauptangeklagte begann mit 23 Jahren bei den SBB zu arbeiten und stieg nach und nach auf. Im Jahr 2019 wurde er Abteilungsleiter, wie aus der Anklageschrift der Bundesanwaltschaft (BA) hervorgeht. Ab September 2007 soll der Beschuldigte nicht nur an seiner Karriere, sondern auch an seinem Betrugssystem gearbeitet haben.

Er holte einen langjährigen Freund an Bord, über dessen Firma fiktive Rechnungen an die SBB erstellt wurden. Zwei Personen mit weiteren Firmen kamen später hinzu. Ende September 2024 reichten die SBB Strafanzeige ein. Gut zwei Monate später wurde der heute 54-jährige Beschuldigte festgenommen.

Wegen der Verjährungsfrist von 15 Jahren können nur die Taten ab dem 1. April 2011 strafrechtlich verfolgt werden. Damit reduziert sich auch die Schadenssumme auf rund 5 Millionen Franken. Diese fordern die SBB als Privatkläger jedoch zurück.

Der fristlos gekündigte SBB-Angestellte finanzierte laut BA mit dem abgezweigten Geld ein Haus im Kanton Solothurn, eines in Florida/USA und zahlreiche Autos.

Die BA wirft dem 54-Jährigen mehrfache ungetreue Amtsführung, gewerbsmässigen Betrug, schwere Geldwäscherei und mehrfache Urkundenfälschung vor. Weil bei ihm zu Hause ein verbotenes Klappmesser sichergestellt wurde, muss er sich ausserdem wegen Widerhandlung gegen das Waffengesetz verantworten.

Quelle: sda
veröffentlicht: 27. Oktober 2026 09:28
aktualisiert: 27. Oktober 2026 09:28