Europäischer Haftbefehl gegen Polens Ex-Justizminister
Ziobro war von 2015 bis 2023 Justizminister der nationalkonservativen Regierung unter Führung der Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS). Gegen den Ex-Minister wird wegen Verdachts der Untreue und der Bildung einer kriminellen Vereinigung ermittelt. Er soll umgerechnet 35 Millionen Euro aus einem Opferhilfefonds zweckentfremdet haben, unter anderem für den Kauf der israelischen Spionagesoftware Pegasus.
Ex-Minister fühlt sich politisch verfolgt
Nach Angaben seines Verteidigers vom Januar hat Ziobro in Ungarn Asyl erhalten. Er werde von der neuen Regierung in Polen politisch verfolgt, erklärte der Ex-Minister. Eine Bestätigung von ungarischer Seite gibt es nicht.
Der europäische Haftbefehl ersetzt Auslieferungsverfahren zwischen EU-Mitgliedsstaaten. Im vergangenen November hatte das polnische Parlament Ziobros Immunität als Abgeordneter aufgehoben. Vergangene Woche erliess die Justiz zunächst einen polnischen Haftbefehl.