Giftige Eichenprozessionsspinner-Raupen sind auf dem Vormarsch
Bei der Fachstelle Waldschutz Schweiz gingen in den vergangenen Wochen deutlich mehr Meldungen über den Schädling ein als in früheren Jahren, wie die Eidgenössische Forshcungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) am Dienstag mitteilte.
Bisher waren vor allem sonnige Eichen im Siedlungsraum und an Waldrändern in der Genferseeregion, im Wallis und auf der Alpensüdseite betroffen. Anfang Juni 2026 wurde nun aber im Kanton Schaffhausen zum ersten Mal ein Befall registriert, der sich über mehrere Hektaren in einem Eichenwald erstreckte.
Gesundheitsrisiko
Die Raupen mit dem wissenschaftlichen Namen Thaumetopoea processionea stellen ein Gesundheitsrisiko dar. Ab Ende Mai bilden sie tausende winzige Brennhaare, die das Protein Thaumetopoein enthalten. Bei Kontakt können sie bei Menschen und Tieren allergische Reaktionen wie Hautreizungen, Augenrötungen oder Atembeschwerden auslösen.
Die Raupen leben gesellig und ziehen sich tagsüber in dichte Gespinstnester an Stämmen und Ästen zurück. Die Brennhaare bleiben auch in alten Nestern über mehrere Jahre giftig und stellen eine Gefahr dar. Während Massenvermehrungen können die Raupen zudem ihre Wirtsbäume völlig entlauben.
Der Eichenprozessionsspinner ist eine wärmeliebende Art. Waldschutz Schweiz vermutet, dass die zunehmende Ausbreitung mit den steigenden Temperaturen im Zuge des Klimawandels zusammenhängt.
Die Fachstelle empfiehlt, Eichenbestände an stark frequentierten Orten wie Waldspielplätzen oder Vitaparcours sorgfältig zu untersuchen. Im Siedlungsraum sollten spezialisierte Firmen die Nester entfernen. In Wäldern können betroffene Gebiete abgesperrt werden.