Jurist Czarnek soll Polens PiS in die Parlamentswahl führen
Czarnek gilt als rechter Hardliner innerhalb seiner Partei. Im Jahre 2020 sagte er über die LGBT-Community: «Diese Menschen sind normalen Menschen nicht ebenbürtig.» Später entschuldigte er sich dafür mit der Erklärung, er habe niemanden verletzen wollen. Seine Nominierung zum Kandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten zeigt, dass Kaczynski darauf spekuliert, Wähler der rechtsradikalen Konfederacja und der Partei des Antisemiten Grzegorz Braun für sich zu gewinnen. Noch kürzlich antwortete Czarnek auf die Frage, wie er zu einer Koalition mit den Ultrarechten stehe: «Alles ist möglich.»
Für das «wahre Polen»
In seiner Antrittsrede nach der Bekanntgabe seiner Nominierung kritisierte Czarnek, die proeuropäische Regierung von Ministerpräsident Donald Tusk habe das einfache Volk vom eigenen Staat entfremdet. «Wir wollen uns um das authentische Polen kümmern, dieses wahre Polen, das wir den Polen zurückgeben wollen, damit der normale, gewöhnliche Pole wieder ein Bürger seines eigenen Staates sein kann», zitierte ihn die Nachrichtenagentur PAP.
Der 76 Jahre alte Parteichef Jaroslaw Kaczynski zieht immer noch die Fäden bei Polens Rechtskonservativen. Die PiS befindet sich derzeit in einem Umfragentief - ihr Rückhalt liegt bei 22 Prozent der Wähler.