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Seegraswiesen in Gefahr - Bootstourismus bedroht Bestände

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Seegraswiesen in Gefahr - Bootstourismus bedroht Bestände

29. August 2026, 04:35 Uhr
Wissenschaftlern zufolge hat die weltweite Seegrasfläche eine Verlustrate von einem Prozent pro Jahr. (Symbolbild)
© KEYSTONE/EPA/CRISTOBAL HERRERA-ULASHKEVICH
Die für das Ökosystem des Mittelmeers wichtigen Seegraswiesen mit Neptungras geraten auch in Griechenland zunehmend unter Druck. Unkontrolliertes Ankern von Booten auf den geschützten Seegrasbeständen richte erhebliche Schäden an.

Das sagte Anastasia Miliou, Forschungsdirektorin des griechischen Meeresschutz-Instituts Archipelagos, dem Sender ERTnews. Die Seegraswiesen seien «Lungen unserer Meere» und spielten eine wichtige Rolle für das marine Ökosystem, sagte Miliou. Sie speicherten Kohlenstoff, produzierten Sauerstoff und böten Lebensraum für mehr als 1000 Tierarten. Auch zahlreiche Algenarten seien mit den Seegraswiesen verbunden. Zudem hielten die Wurzeln der Pflanzen Sedimente fest und trügen damit zum Schutz der Strände vor Erosion bei.

Ankern beschädigt die Flächen

Nach Beobachtungen des Instituts gehen die Bestände in vielen Regionen immer weiter zurück. Als ein Problem nannte Miliou das Ankern von Booten direkt über den Seegraswiesen. In griechischen Gewässern seien tausende Boote unterwegs, die vielfach unkontrolliert ankerten. Das Institut setze sich gemeinsam mit Inselgemeinden dafür ein, mehr ausgewiesene Ankerplätze einzurichten.

Neptungras (Posidonia oceanica) wächst nur im Mittelmeer und ist dort das am meisten verbreitete Seegras. Die ausgedehnten Wiesen gelten als wichtige Kinderstube für Fische und andere Meerestiere und tragen zum Schutz der Küsten bei. Neben dem Ankern zählen unter anderem Verschmutzung und bestimmte Formen der Fischerei zu den Belastungen für die Bestände.

Bestände schwinden weltweit

Wissenschaftler haben kürzlich eine hochauflösende Weltkarte der Seegraswiesen und Daten zur Entwicklung veröffentlicht. Die weltweite Seegrasfläche hat demnach eine Verlustrate von einem Prozent pro Jahr, wie das Team um Jiwei Li von der Arizona State University in Tempe im Journal «Nature» berichtete. Nur 21 Prozent der Seegrasflächen lägen innerhalb von Meeresschutzgebieten.

«Wenn wir über Seegraswiesen sprechen, kann man sich das wie einen Unterwasser-Regenwald vorstellen», sagte Li. «Sie sind die Grundlage für alle Nahrungsnetze in Küstenregionen.»

Quelle: sda
veröffentlicht: 29. August 2026 04:35
aktualisiert: 29. August 2026 04:35