St. Moritzer Gemeindepräsident Jenny gibt sein Amt Ende 2026 ab
«Ich habe in letzter Zeit gemerkt, dass sich Sachen wiederholen. Es gibt sehr viel Routine», führte der parteilose Christian Jott Jenny im «Tagesgespräch» von Radio SRF 1 aus. Routine gehöre zu jedem Job. Er habe jedoch bemerkt, dass mit dieser seine Offenheit gegenüber neuen Ideen geschwunden sei.
In St. Moritz habe er eine «wunderschöne Zeit» gehabt, so der 47-jährige Jenny weiter. Er sei «demütig und dankbar», dass er als Unterländer die Gemeinde führen durfte.
Jennys Wahl zum Gemeindepräsidenten im Oktober 2018 war eine Sensation, zumal der Zürcher im Engadin praktisch nur als schillernder Organisator des renommierten Festival da Jazz in St. Moritz bekannt war. Zur grossen Überraschung vieler gelang es dem Opernsänger und Kulturmanager dann aber, den damaligen Gemeindepräsidenten Sigi Asprion aus dem Amt zu drängen.
Bisher nur ein Kandidat bekannt
Jenny sagte damals, er sei von jungen St. Moritzerinnen und St. Moritzern für die Kandidatur angefragt worden. Er selbst habe seit einigen Jahren eine gewisse Unzufriedenheit in der Bevölkerung wahrgenommen. Vom einstigen Pioniergeist, der St. Moritz zur Marke von Weltformat gemacht habe, sei nicht mehr viel zu spüren. Diesen Pioniergeist wollte er wieder wachrufen.
Das Gemeindepräsidium von St. Moritz wird im Juni neu bestellt. Mitte März hatte der Sportlehrer und Langlaufexperte Adriano Iseppi (parteilos) seine Kandidatur bekanntgegeben. Mitte April läuft die Frist für die Einreichung weiterer Kandidaturen ab.