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«The White Lotus» in Cannes: Warum das Aufsehen?

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«The White Lotus» in Cannes: Warum das Aufsehen?

20. Mai 2026, 18:38 Uhr
ARCHIV - In dem ikonischen Luxushotel «Lutetia» in Paris soll für die neue Staffel von «The White Lotus» gedreht werden. Foto: Christian Böhmer/dpa (Archivbild)
© Keystone/dpa/Christian Böhmer
Sex, Geld, Macht und Eitelkeiten: Dafür ist «The White Lotus» bekanntgeworden.

Nach Hawaii, Sizilien und Thailand verlagert die amerikanische Serie ihre Handlung in der vierten Staffel an die Côte d’Azur - nach Saint-Tropez und Cannes, einen der glamourösesten Orte. Mitten im Trubel des Filmfestivals sind nun erstmals Kameras und Schauspieler aufgetaucht. Warum fesselt die Serie so sehr?

Was wissen wir bereits über die neue Staffel?

Laut US-Branchenmagazin «Variety» wurde der kanadische Schauspieler Alexander Ludwig («Die Tribute von Panem - The Hunger Games») bei den Dreharbeiten in Cannes gesichtet. Auf einem auf X veröffentlichten Video ist der 34-Jährige in einem schwarzen Anzug auf der Croisette zu sehen.

Zuvor fanden bereits Dreharbeiten im berühmten Badeort Saint-Tropez an der Côte d’Azur statt, einem beliebten Treffpunkt für Prominente aus aller Welt. Dort wurde unter anderem im Château de la Messardière gedreht, einem weitläufigen Luxushotel mit Blick über die Küste. Auch Paris soll als Drehort vorgesehen sein.

In der vierten Staffel soll sich die Filmwelt selbst spiegeln: Zwei rivalisierende Filmteams treffen in Cannes aufeinander, beide mit einem Ziel - gesehen zu werden. Es geht um Ruhm, Konkurrenz und Präsenz im richtigen Moment.

Auch die Dimension der Produktion wächst: Rund 120 Millionen Dollar soll die neue Staffel kosten, so viel wie keine zuvor, berichtete «Variety». Ein Starttermin steht noch nicht fest, im Raum stehen Ende 2026 oder 2027.

Wie sieht der Cast aus?

Beim Cast setzt die Serie auf eine internationale Mischung aus französischen und englischsprachigen Schauspielern - von Vincent Cassel und Laura Smet bis zu Steve Coogan und Kumail Nanjiani. Bekannte Namen sorgen für Wiedererkennung, jüngere Talente bringen neue Perspektiven ein, und gezielte Gastauftritte schaffen zusätzliche Aufmerksamkeit. So entsteht ein Ensemble, das unterschiedliche Generationen anspricht.

Trotz zugespitzter Darstellung wirken die Charaktere in sich stimmig. Serienvater Mike White arbeitet mit Details und Widersprüchen, die sie zugleich nahbar und ambivalent erscheinen lassen.

Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgte ein kurzfristiger Wechsel: die Amerikanerin Laura Dern («Marriage Story») springt für den britischen Star Helena Bonham Carter («The King's Speech») ein, die die Rolle ursprünglich übernehmen sollte. Hintergrund waren keine persönlichen Konflikte, sondern kreative Differenzen zwischen Carters Interpretation der Rolle und der Vision der Produktion. Die Figur wurde daraufhin neu ausgerichtet und schliesslich neu besetzt.

Das Grundprinzip bleibt unverändert: eine Satire auf die High Society in Luxushotels. Zugleich ist die Serie eine schwarze Komödie über gesellschaftliche Sitten und Verhaltensweisen.

Warum sind die Schauplätze so wichtig?

Weil sie bei «The White Lotus» weit mehr sind als blosse Kulissen. Die Orte geben den Staffeln jeweils einen eigenen gesellschaftlichen Rahmen: Hawaii verweist auf koloniale Geschichte, Sizilien auf Spannungen zwischen alter europäischer Elite und neureichen amerikanischen Besuchern. In Thailand rücken die Widersprüche des globalen Tourismus in den Mittelpunkt - eine Welt, in der Exotik vermarktet wird, während lokale Realitäten oft im Hintergrund bleiben.

Mit der vierten Staffel an der Côte d’Azur verschiebt sich der Blick erneut: Saint-Tropez, Cannes und Paris stehen für Glamour, Status und Inszenierung.

Was steckt hinter dem Erfolg?

Auf den ersten Blick erinnert die Serie an ein luxuriöses Reality-TV-Setting: wohlhabende Gäste, ein exotisches Hotel, unterschwellige Konflikte - und die Gewissheit, dass etwas eskalieren wird. Eine Grundstruktur, die «The White Lotus» seit Beginn prägt.

Showrunner White, der kreative Kopf der Serie, der die Serie entwickelt und teilweise auch Regie führt, verbindet Unterhaltung mit genauer sozialer Beobachtung. Im Mittelpunkt stehen Figuren und Dialoge, die häufig zugespitzt angelegt sind.

Die Serie arbeitet mit wiederkehrenden Machtverhältnissen zwischen Status und zwischenmenschlichen Spannungen. Ein Format, das Elemente eines Dramas im Luxusmilieu mit gesellschaftlichen Themen verbindet.

Warum ist die Serie in den sozialen Medien so präsent?

Ein Grund liegt in den Dialogen. Sie sind pointiert und zugespitzt - mit Sätzen, die leicht wiedererkennbar sind und sich gut teilen lassen. So entstehen etwa Formulierungen wie in Staffel 3: «Ich glaube nicht, dass ich in diesem Alter für ein unbequemes Leben gemacht bin.»

Quelle: sda
veröffentlicht: 20. Mai 2026 18:38
aktualisiert: 20. Mai 2026 18:38