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UN stimmen auf Antrag Togos für Reform der Weltkarte

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UN stimmen auf Antrag Togos für Reform der Weltkarte

5. September 2026, 00:16 Uhr
ARCHIV - Michelle Bachelet (l-r) aus Chile, Maria Fernanda Espinosa aus Ecuador, Rafael Mariano Grossi aus Argentinien, Rebeca Grynspan aus Costa Rica, Carolyn Rodrigues-Birkett aus Guyana und Macky Sall aus dem Senegal stehen zusammen, während Grossi auf die Leinwand projiziert wird und das UN-Logo in der Mitte zu sehen ist - bei der Eröffnung einer von Bloomberg veranstalteten Versammlung mit allen sechs Kandidaten für das höchste Amt der Vereinten Nationen (UN) im Hauptquartier der Vereinten Nationen. Foto: Bianca Otero/ZUMA Press Wire/dpa
© Keystone/ZUMA Press Wire/Bianca Otero
Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat dafür gestimmt, die traditionelle Weltkarte durch eine neue Version zu ersetzen, die die Grösse Afrikas präziser darstellt. Für die von Togo eingebrachte und von Mitgliedern der Afrikanischen Union unterstützte Resolution «Correct the map» votierten 164 Staaten, 6 Länder enthielten sich, die USA stimmten als einzige Nation dagegen. Das Abstimmungsergebnis ist nicht bindend, soll aber weltweit zu Änderungen an Karten führen.

Die bis heute international am häufigsten verwendete Weltkarte beruht auf der sogenannten Mercator-Projektion. Diese wurde laut Bundesamt für Kartographie und Geodäsie (BKG) im Jahr 1569 von dem Kartographen Gerardus Mercator für die Seefahrt entwickelt. Damals wusste man, dass sie die Grösse der Länder nicht flächentreu darstellt, sondern verzerrt. In manchen Entwürfen erscheint Grönland beispielsweise so gross wie der gesamte Kontinent Afrika. Betrachtet man hingegen einen Globus, fällt auf: Afrika ist um ein Vielfaches grösser - die Fläche des Kontinents ist demnach fast 14-mal so gross wie die von Grönland.

Das Problem dieser Karte ist die Verzerrung von Flächen: Diese werden bei der üblichen Projektion umso grösser, je weiter sie vom Äquator entfernt liegen. Schliesslich wird die dreidimensionale Erde, die eigentlich fast kugelförmig ist, auf eine zweidimensionale, rechteckige Fläche projiziert.

Togos Aussenminister feiert historischen Moment

Der Aussenminister Togos, Robert Dussey, schrieb nach der Abstimmung auf der Plattform X: «Historischer Moment: Die Welt hat sich für eine Korrektur der Karte entschieden.» Die Entscheidung gehe weit über reine Kartographie hinaus. «Es geht um Gerechtigkeit, Würde, Gleichberechtigung und darum, wie wir unsere Welt darstellen.» Zu lange hätten überlieferte kartografische Darstellungen die Wahrnehmung der tatsächlichen Grösse Afrikas und anderer Regionen der Welt verzerrt. «Die Karte zu korrigieren bedeutet, die Art und Weise zu korrigieren, wie wir die Welt sehen.»

Die USA lehnten die Resolution als einziges Land ab. Sie bezeichneten die Initiative als Teil eines radikalen ideologischen Projekts. Die Resolution verbietet die Mercator-Projektionen zwar nicht, ruft Regierungen, Schulen, internationale Organisationen und Technologieunternehmen aber dazu auf, die «Equal Earth»-Projektion und andere flächengetreue Karten zu verwenden, wenn es auf relative Grössenverhältnisse ankommt.

Afrikanische Union: Verzerrung fördert fehlerhaftes Bild

Die Afrikanische Union (AU) hatte bereits im vergangenen Jahr beklagt, dass die Mercator-Projektion Afrika nicht angemessen darstelle und damit ein falsches Weltbild vermittle, das sich wiederum auf schulische Bildung, Medien und Politik auswirke. Um das zu korrigieren, entwickelten Kartographen schon im Jahr 2018 eine flächentreue Karte namens «Equal Earth». Sie stellt laut AU die Grösse aller Kontinente, insbesondere Afrikas, genauer dar.

Quelle: sda
veröffentlicht: 5. September 2026 00:16
aktualisiert: 5. September 2026 00:16