Urteil: Texas darf Zehn Gebote im Klassenzimmer vorschreiben
Geklagt hatten 15 texanische Familien, die von mehreren Verbänden unterstützt wurden. Das Berufungsgericht argumentierte nun, das texanische Gesetz schreibe keine religiösen Handlungen oder Bräuche vor. Die Schüler würden weder in den Geboten unterrichtet, noch müssten sie sie befolgen. Schüler und Eltern könnten also weiter frei entscheiden, welche Religion sie wählen.
«Wir sind zutiefst enttäuscht über die heutige Entscheidung», hiess es in einer Erklärung der Klägerseite. Der erste Verfassungszusatz schütze die Trennung von Kirche und Staat sowie das Recht der Familien, selbst über die Frage des Religionsunterrichts zu entscheiden. «Das Urteil tritt diese Rechte mit Füssen.» Die Gruppe beabsichtige, die Entscheidung vor dem Obersten Gerichtshof anzufechten.
Mehr Geld für biblische Lehrpläne
Das texanische Gesetz ist Teil eines breiteren Vorstosses, christliche Botschaften stärker in Schulgebäuden und Lehrplänen zu verankern. Neben Texas haben auch Louisiana, Arkansas und Alabama Gesetze verabschiedet, die das Anbringen der Gebote in öffentlichen Schulen vorschreiben, wie die «New York Times» berichtet. Mehrere andere Bundesstaaten erwägen demnach ähnliche Massnahmen.
Für Schulen in Texas gibt es zudem finanzielle Anreize, biblisch geprägten Lehrplänen zu folgen. Die Schulen können zwar selbst entscheiden, ob sie dabei mitmachen, es gibt dafür allerdings bis zu 60 Dollar pro Schüler und Jahr.
Greg Abbott, der republikanische Gouverneur von Texas, bezeichnete das Urteil als riesigen Erfolg. «Die Grundlagen des westlichen Rechts und der westlichen Moral gehören in unsere Klassenzimmer», teilte er auf der Plattform X mit.