12 Schulklassen fehlt im Kanton Zürich noch eine Klassenlehrperson
Um die offenen Stellen zu besetzen, können Gemeinden Vikariate einrichten, die Klassenbildung anpassen oder den Beschäftigungsgrad von Lehrpersonen erhöhen, wie die Bildungsdirektion am Donnerstag mitteilte.
Insgesamt gibt es im Kanton rund 20'000 Anstellungen für Lehrpersonen, 63 waren am 10. August noch nicht besetzt. Bei den Heilpädagoginnen und Heilpädagogen waren es laut Mitteilung 20. Vor einer Woche waren auf der Stellenbörse des Volksschulamts noch 96 Stellen offen, 28 davon in der Heilpädagogik. Die Zahl könnte aufgrund der Sommerferien nicht auf dem aktuellen Stand gewesen sein.
Kein Platz für «Poldis»
Nach vier Jahren, in denen die Bildungsdirektion einen generellen Lehrpersonenmangel auf allen Stufen deklarieren musste, ist diese Phase nun beendet. Dies liegt hauptsächlich an den nicht mehr stark steigenden Schülerzahlen sowie an der höheren Zahl der Nachwuchslehrerinnen und -lehrer.
Mit dem offiziellen Ende des Lehrermangels fällt jedoch auch die Ausnahmeregelung für die so genannten «Poldis» (Personen ohne Lehrerdiplom) weg. Sie dürfen nur noch dann angestellt werden, wenn sie bereits für ein Studium an der Pädagogischen Hochschule eingeschrieben sind. Viele Schulen müssen nun einen Ersatz mit Diplom einstellen.
Komplett abgeschafft wurde die Ausnahmeregelung für «Poldis» allerdings nicht. Ausgenommen bleiben die Heilpädagoginnen und Heilpädagogen. In diesem spezialisierten Bereich besteht der Mangel gemäss Bildungsdirektion weiterhin. Obwohl die Ausbildungsplätze an der Interkantonalen Hochschule für Heilpädagogik in der Vergangenheit laufend erhöht worden sind, konnte der wachsende Bedarf der Zürcher Schulen nicht gedeckt werden.
Schülerzahl sinkt erstmals seit 2008
Gemäss Prognose werden im Schuljahr 2026/27 etwas mehr als 162'000 Schülerinnen und Schüler eine öffentliche Regelschule – also einen Kindergarten, eine Primar- oder Sekundarschule – im Kanton Zürich besuchen. Damit steigt die Zahl der Schülerinnen und Schüler erstmals seit dem Schuljahr 2008/09 insgesamt nicht mehr an. Die grossen Jahrgänge erreichen nun die Sekundarschule, die voraussichtlich bis zum Schuljahr 2030/31 weiterwächst.
Das Schuljahr 2026/27 startet am Montag.