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An Luzerner Volksschulen unterrichten 312 Personen ohne Lehrdiplom

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An Luzerner Volksschulen unterrichten 312 Personen ohne Lehrdiplom

10. März 2026, 00:01 Uhr
In Luzerner Volksschulen unterrichteten im vergangenen Herbst 312 Personen ohne Lehrdiplom. (Symbolbild)
© KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER
Der Luzerner Regierungsrat legt Zahlen zu den an Volksschulen tätigen Personen ohne Lehrdiplom vor. Die Rahmenbedingungen für deren Anstellung will er nicht verändern.

Ein von Kantonsratsmitgliedern der Mitte, FDP, GLP, Grünen und SP unterzeichnetes Postulat hatte «gezielte Massnahmen» verlangt, um die Qualität des Unterrichts sicherzustellen. Die rechtlichen Rahmenbedingungen für Personen ohne Lehrdiplom seien bereits ausreichend, schrieb die Regierung in ihrer am Dienstag publizierten Stellungnahme. Sie seien jedoch den Schulleitenden zu wenig bekannt gewesen.

An den Regionalkonferenzen im Herbst 2025 wurde deshalb über die Rahmenbedingungen informiert. Überdies erhielten die Schulleitungen Handlungsempfehlungen über die Begleitung von Personen ohne Diplom.

Erfassung «unzureichend»

Der Kanton befragte die Gemeinden im Herbst zur Anzahl Personen, die ohne Lehrdiplom an Volksschulen arbeiten. Die Daten aus 75 von 79 Gemeinden zeigten: In insgesamt 2464 Klassen der Stufen Kindergarten bis Sekundarschule arbeiteten total 312 Personen ohne Lehrdiplom. 212 davon befristet, 75 unbefristet, 25 in Stellvertretung. Zum Vergleich: Im Schuljahr 2024/25 unterrichteten im Kanton Luzern total 5894 Lehrpersonen an den obligatorischen Schulen, wie Statistik Luzern festhielt.

Keine Angaben machten die Gemeinden Luzern, Rain, Reiden und Schötz. Der Regierungsrat beurteilte die Systematik der Erfassung von Personen ohne Diplom in den Gemeinden insgesamt als «unzureichend».

Grosser Teil zu einer Ausbildung bereit

Gemäss der Umfrage waren in einer Mehrheit der Luzerner Volksschulen die Personen ohne Lehrdiplom grösstenteils gewillt, eine entsprechende Ausbildung zu absolvieren. Wie die Regierung festhielt, soll die Ausbildungsbereitschaft bereits bei der Anstellung «detailliert besprochen» werden. Gebe es keine Ausbildungsbereitschaft, soll die Stelle ausgeschrieben bleiben.

Tatsächlich melde sich die grosse Mehrzahl der Personen, die ohne Diplom unterrichten, nicht für ein berufsbegleitendes Studium an, schrieb der Regierungsrat weiter. Mögliche Gründe seien das Alter, fehlende Abschlüsse oder der finanzielle Bedarf für den Familienunterhalt. Wie die Regierung schrieb, sei ein Studium an der Pädagogischen Hochschule (PH) Luzern für die Primar- oder Sekundarstufe I auch ohne gymnasiale Matura möglich. Die PH biete auch Unterstützungsangebote für Personen ohne Lehrdiplom an.

Quelle: sda
veröffentlicht: 10. März 2026 00:01
aktualisiert: 10. März 2026 00:01