Bund, Kanton und Kriens tragen Kosten für A2-Überdachung gemeinsam
Demnach trägt das Bundesamt für Strassen (Astra) 60 Prozent der Gesamtkosten, was rund 112 Millionen Franken entspricht. Die 60 Prozent entsprechen der maximal möglichen Beteiligung des Bundes. Der Kanton übernimmt 26 Prozent (48,5 Millionen Franken), die Stadt Kriens die verbleibenden 14 Prozent (26,1 Millionen Franken).
Die Mittel müssen noch von den Parlamenten und den Stimmberechtigten des Kantons Luzern respektive Kriens genehmigt werden. Die städtische Abstimmung ist für September, die kantonale für November dieses Jahres vorgesehen, wie es vor den Medien hiess.
Ohne Bypass keine Überdachung
Vorgesehen ist, den Autobahntunnel Schlund um 150 Meter nach Norden Richtung Sonnenberg zu verlängern. Dadurch entsteht die neue Verbindung Chäppeliallmend über der Autobahn. Nördlich davon, im Gebiet Arsenal-Südpol, soll auf einer Länge von bis zu 300 Metern die A2 vollständig überdeckt werden. Die bestehende Brücke Arsenalstrasse soll zurückgebaut werden. Die beiden Überdeckungen sind vom Bypass-Projekt unabhängig.
«Die Überdachungen werden jedoch nicht ohne das Bypass-Projekt realisiert», sagte Verkehrsdirektor Fabian Peter (FDP) am Montag. Das Bypass-Projekt sieht den Bau eines 3,5 Kilometer langen Tunnels zwischen Ibach (Luzern Nord) und Grosshof (Kriens) vor, mit dem der Transitverkehr künftig umfahren werden soll. Dagegen gibt es Widerstand.
Ergänzt werden die Siedlungsverbindungen durch Lärmschutzwände, begrünte Mauern und Aufschüttungen, wie Kantonsingenieur Gregor Schwegler vor den Medien erklärte. «Das Projekt verbessert die Lebensqualität der Bevölkerung». Eine vollständige Überdeckung der A2 in diesem Abschnitt wäre «nicht zielführend» gewesen, sagte er. «Es hätte das Stadtgefüge zu stark verändert.»
Wenn Parlamente zustimmen, muss Kriens Beschwerde zurückziehen
Das Bypass-Projekt ist derzeit wegen mehrerer Beschweren blockiert. Die Stadt Kriens hat sich jedoch verpflichtet, ihre Beschwerde zurückzuziehen, sofern die beiden Parlamente dem Projekt zustimmen. Kriens stehe hinter der gemeinsam erarbeiteten Lösung, sagte Stadtpräsidentin Christine Kaufmann-Wolf. Es habe ein «Dialog auf Augenhöhe» stattgefunden, erklärte sie an der Medienkonferenz. Noch vor einigen Jahren seien die Fronten «verhärtet» gewesen. Das vorliegende Projekt sei «technisch machbar, städtebaulich wirksam und finanziell tragbar».
Jürg Röthlisberger, Direktor des Astra, bezeichnete die A2 als eine der wichtigsten Verkehrsachsen der Schweiz. Die geplante Teilüberdachung sei eine «gelungene Quadratur des Kreises». Sie schaffe neuen Raum für die städtebauliche Entwicklung und entflechte zugleich die lokalen Verkehrsströme, sagte der Berner.
Erste Autobahn der Schweiz
Die Planung der Überdachungen wird nach Angaben der Verantwortlichen voraussichtlich rund zehn Jahre dauern. Für die Bauarbeiten werden weitere vier bis fünf Jahre veranschlagt. Eine Realisierung ist ab 2037 vorgesehen.
Die A2, die 1955 als erste Autobahn der Schweiz auf dem Abschnitt Kriens-Horw eröffnet wurde, wird im Raum Luzern-Süd laut Regierungsbotschaft täglich von rund 70'000 Fahrzeugen befahren.