News
Regional

Luzerner Regierung will Geburtshilfe in Wolhusen nicht garantieren

Spitalversorgung

Luzerner Regierung will Geburtshilfe in Wolhusen nicht garantieren

2. Juni 2026, 00:01 Uhr
Die Diskussionen um das Angebt des Spitals in Wolhusen reissen nicht ab. (Archivaufnahme)
© KEYSTONE/URS FLUEELER
Der Luzerner Regierungsrat will den Spitalstandort Wolhusen stärken. Eine Garantie für einen dauerhaften Betrieb der Geburtsabteilung will er aber nicht abgeben.

Der Regierungsrat begründet diese Zurückhaltung in seiner am Dienstag publizierten Antwort auf eine Motion von Bernhard Steiner (SVP) damit, dass die Nachfrage nach den Leistungen eines Spitals von verschiedenen Faktoren abhängig sei und sich nur begrenzt steuern lasse.

Steiner forderte in seinem Vorstoss den Regierungsrat auf, Massnahmen zu ergreifen, damit Frauen aus dem Hinterland und dem Entlebuch weiterhin in Wolhusen entbinden können. Ein solches Anliegen könne nicht mit einer Motion gefordert werden, erklärte die Regierung. Sie beantragt dem Kantonsrat deswegen, den Vorstoss in der abgeschwächten Form des Postulats zu überweisen.

Der Regierungsrat weist darauf hin, dass das Luzerner Kantonsspital (Luks) gesetzlich verpflichtet sei, an seinen drei Standorten und damit auch in Wolhusen die Geburtshilfe anzubieten. Allerdings müsse diese auch in der gebotenen Qualität und Wirtschaftlichkeit angeboten werden können.

Eher wenige Geburten

Weil die Routine und Erfahrung für die Qualität wichtig sind, sollte ein Spital eine gewisse Anzahl Geburten pro Jahr verzeichnen. Mit 283 Geburten im 2025 liege Wolhusen im unteren Bereich, erklärte der Luzerner Regierungsrat. Empfohlen seien 350 Geburten pro Jahr.

Der Regierungsrat schreibt ferner, dass das Spital Wolhusen dank des Neubaus mit seinen Ein-Bett-Zimmern für werdende Mütter attraktiver werden könne. Er bringt ferner einen möglichen Leistungsauftrag des Kantons Bern ins Spiel, um Patientinnen aus der angrenzenden Region anzusprechen. «Dieser Prüfauftrag wurde dem Luks bereits gestellt», erklärte der Regierungsrat.

Der Vermutung von Steiner, dass das Luks bewusst Geburten von Wolhusen wegverlagere, folgte der Regierungsrat nicht. Die Zahlen deuteten darauf hin, dass eine gewisse Anzahl werdender Mütter von sich aus den Standort Luzern wählen würden, erklärte er.

Quelle: sda
veröffentlicht: 2. Juni 2026 00:01
aktualisiert: 2. Juni 2026 00:01