Luzerner Stadtrat will Stärkung der Kulturförderung prüfen
Mit dem Vorstoss wollte die SP/Juso-Fraktion eine «kulturpolitische Grundsatzdiskussion» anstossen. Dies als Reaktion auf die Ablehnung des Projektierungskredits für ein neues Luzerner Theater durch das Stadtluzerner Stimmvolk im Februar 2025.
Gemäss Vorstoss ist es besonders seit der Corona-Pandemie für Kulturschaffende immer schwieriger, ihre Projekte mithilfe der öffentlichen Hand oder Stiftungen finanzieren zu können. Viele Kulturschaffende würden «unter teils prekären Bedingungen» arbeiten.
Der Stadtrat anerkennt in seiner Antwort die «wachsenden Herausforderungen» und will prüfen, in welchen Bereichen eine substanzielle Stärkung der Förderung angezeigt sei. Auch eine Ausweitung der Projektförderung will er abwägen. Dies könnte mitunter die soziale Sicherheit von Kulturschaffenden verbessern. Deshalb beantragt er dem Grossen Stadtrat, die Motion als Postulat erheblich zu erklären.
Hingegen erteilt der Stadtrat der Forderung nach einem neuen «Kulturkompromiss» eine Absage. Unter diesem Namen wurde um 1990 der finanzielle Ausgleich zwischen der etablierten und der alternativen Kulturszene bekannt, der bei der Entstehung des KKL Luzern eine Rolle spielte. Der Vorstoss verlangte die Aushandlung eines neuen Kulturkompromisses in einem partizipativen Prozess.
Der Stadtrat verwies in seiner Antwort auf den laufenden Dialog im Rahmen des Projekts «Vision Theaterwerkplatz», mit dem die Stadt einen neuerlichen Anlauf für ein neues Luzerner Theater nimmt. Wie die Bevölkerungsbefragung im letzten Jahr gezeigt habe, kam das Nein des Stimmvolks vor allem wegen projektbezogener Faktoren zustande. Grundsätzliche Fragen in einem weiteren Partizipationsprozess zu bearbeiten, erachtet die Stadtregierung als «nicht zielführend».