St. Galler Initiative fordert neues Wahlsystem
Das heutige Wahlverfahren produziere systematisch Verzerrungen, «die zu tausenden verlorenen Stimmen führen», heisst es in der Mitteilung des Initiativkomitees vom Montag. Kleine Parteien treffe dies überproportional stark, während grosse Parteien davon profitierten.
Die Initiative fordert die Einführung «des sogenannten Doppelproporzes». Dabei werden die Sitze in einem ersten Schritt kantonal nach dem tatsächlichen Stimmenanteil jeder Partei zugeteilt und erst in einem zweiten Schritt auf die Wahlkreise verteilt. So fliesse jede Stimme unabhängig davon, wen man wähle und wo man wohne, mit gleichem Gewicht in die Sitzverteilung ein.
Zehn Deutschschweizer Kantone, darunter Zürich, Aargau, Schwyz, Graubünden oder Basel-Landschaft, hätten das Verfahren bereits eingeführt, heisst es in der Mitteilung.
Der nächste Schritt ist nun die Überprüfung der eingereichten Unterschriften durch die Staatskanzlei. Danach entscheidet der Kantonsrat über die Initiative. Je nach Ergebnis folgt anschliessend eine Volksabstimmung.