Zwei junge Brillenbären tapsen durch ihr Gehege im Zoo Zürich
Neugierig tapsen seit wenigen Tagen zwei Brillenbärenjungen durch das Gehege. Wie der Zoo Zürich am Mittwoch mitteilte, wurden die beiden Brillenbären Auki und Amaru bereits Ende Januar geboren.
Die anfangs blinden, fast haarlosen und hilflosen Brillenbären verbrachten die ersten drei Monate zusammen mit ihrer Mutter Rica in der Wurfbox im Hintergrund. Laut Zoodirektor Severin Dressen entwickeln sich die beiden männlichen Brillenbären sehr gut.
In den nächsten zwei Jahren werden sie von ihrer Mutter lernen, wie sie Bäume sicher erklimmen, wo sie Futter finden und alles andere Wichtige für Brillenbären. Ihren Lebensraum im Zoo teilen sie sich mit den Weissrüssel-Nasenbären. Auch diese gilt es noch kennenzulernen.
Einzige Grossbären Südamerikas
Ihr Vater kam vor zwei Jahren aus den USA in den Zoo Zürich. Er trägt eine Genetik in sich, die im Europäischen Erhaltungszuchtprogramm bisher nicht vertreten war. Diese sei für die Reservepopulation besonders wertvoll.
Denn Brillenbären gelten als bedroht. Die Art ist auf intakte und grossräumige Waldflächen angewiesen, die jedoch immer mehr abnehmen. Sie bewohnen die Berg- und Nebelwälder der Anden und Gras- und Buschlandschaften der Hochanden. Sie sind die einzigen Grossbären Südamerikas.
Ein weiteres Problem ist, dass Teile der Tiere für die traditionelle Medizin genutzt werden. Ein Problem ist auch der Handel insbesondere von Jungtieren für den illegalen Heimtiermarkt. Weil Brillenbären in mehreren Jahren nur ein bis zwei Jungtiere bekommen, können sie die Verluste kaum ausgleichen. Der noch existierende Bestand wird auf weniger als 25'000 Tiere geschätzt.