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Anzeichen einer Entspannung des Lehrkräftemangels

Schuljahr

Anzeichen einer Entspannung des Lehrkräftemangels

10. August 2026, 04:31 Uhr
Der Mangel an Lehrkräften ist zwar nicht ganz behoben, die Lage scheint sich aber etwas zu entspannen. (Themenbild)
© KEYSTONE/GAETAN BALLY
Auf das neue Schuljahr hin zeichnet sich in einigen Kantonen eine Entspannung beim Lehrkräftemangel ab. Mittelfristig könnten auch sinkende Geburtenraten und steigende Studierendenzahlen an pädagogischen Hochschulen zu einer Verbesserung der Situation beitragen.

Die Bildungsdirektion des Kantons Zürich gab bereits im März Entwarnung. Auf das beginnende neue Schuljahr hin sei kein Mangel an Regellehrpersonen zu registrieren, hiess es. Die Gemeinden dürften deshalb keine Personen ohne Zulassung zum Schuldienst mehr im Regelunterricht einstellen, schrieb die Bildungsdirektion.

Von einer positiven Entwicklung spricht auch die Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion des Kantons Baselland. Per 8. Juni waren an den Primarschulen über alle Funktionen hinweg noch 17,1 Vollzeitäquivalente zu besetzen - weniger als die Hälfte als im Jahr zuvor.

Im Kanton Bern ist der Lehrpersonenmangel gemäss Auskunft der Bildungs- und Kulturdirektion dagegen noch nicht überwunden. Insbesondere in der Primarschule wie auch in der Heilpädagogik sowie der Sekundarstufe I sei der Bedarf an Lehrpersonen nach wie vor gross. Mit verschiedenen Massnahmen zur Attraktivitätssteigerung des Berufs habe man die Situation gegenüber den Vorjahren aber verbessern können.

Geburtenrückgang sorgt für Entspannung

Für eine Entspannung vor allem in den unteren Primarschulstufen könnte der Geburtenrückgang der vergangenen Jahre sorgen. So gehen die Bildungsszenarien des Bundesamts für Statistik (BFS) ab dem laufenden Jahr von einem Rückgang der Schülerinnen- und Schülerzahlen in der ersten und zweiten Primarschulstufe aus. Dieser beträgt bis zu sieben Prozent. Beim Lehrerbestand sei in den nächsten zehn Jahren gemäss dem Referenzszenario mit einem Rückgang um rund 4500 Lehrpersonen zu rechnen.

Gleichzeitig vermelden verschiedene pädagogische Hochschulen in der Schweiz einen starken Anstieg der Studierendenzahlen bis in den zweistelligen Prozentbereich. Bei der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) rechnet man mit über 3900 Studierenden, 2022 waren es noch 3620 gewesen. Und die pädagogische Hochschule Bern vermeldet einen Rekord bei den Lehrdiplomen.

«Strukturelle Herausforderung bleibt»

Der Dachverband Lehrerinnen und Lehrer Schweiz (LCH) möchte noch nicht von einer Entwarnung sprechen. «Der Mangel an Lehrpersonen bleibt eine strukturelle und qualitative Herausforderung», teilt Beat Schwendimann, Leiter Pädagogik im LCH, auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mit.

Schulleitende besetzten zwar meist alle offenen Stellen bis zum Schulstart, müssten dabei aber auch auf Personen ohne Lehrdiplom oder Studierende an pädagogischen Hochschulen zurückgreifen. «Diese Notmassnahmen kaschieren den Personalnotstand und gefährden die Bildungsqualität.»

Aber auch Schwendimann sieht leichte Anzeichen für eine Entspannung. Der Geburtenrückgang reduziere die Zahl der Lernenden auf der Primarstufe ab 2026. Gleichzeitig verzeichneten die pädagogischen Hochschulen weiterhin hohe Eintrittszahlen. «Diese Faktoren mindern den quantitativen Druck in den Regionen bis 2032 etwas.» Mittel- bis langfristig müsse das Ziel sein, alle Stellen mit vollqualifizierten Lehrpersonen zu besetzen.

Aber insbesondere spezialisierte Bereiche wie die schulische Heilpädagogik blieben stark betroffen, so Schwendimann. Das bestätigt auch die Bildungsdirektion des Kantons Zürich. Obwohl die Ausbildungsplätze für Heilpädagogik laufend erhöht worden seien, habe der wachsende Bedarf nicht gedeckt werden können. In diesem Bereich könnten die Zürcher Schulen deshalb weiterhin Personen ohne eine entsprechende Zulassung einstellen.

Quelle: sda
veröffentlicht: 10. August 2026 04:31
aktualisiert: 10. August 2026 04:31