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Baselland Transport teilautomatisiert nun auch sein Tramnetz

Öffentlicher Verkehr

Baselland Transport teilautomatisiert nun auch sein Tramnetz

13. August 2026, 14:59 Uhr
Hier sollen erstmals in der Schweiz die Trams teilautomatisiert fahren: BLT-CEO Frédéric Monard und Stadler-Divionsleiter Signalling Marc Trippel bei der Grundsteinlegung für das CBTC-Stammnetz in Münchenstein BL.
© Handout BLT/Dominik Plüss
Das Verkehrsunternehmen Baselland Transport (BLT) rüstet sein Netz um auf den teilautomatisierten Betrieb. Nach der Waldenburgerbahn als erste offene Bahnstrecke der Schweiz mit diesem System kommen die Trams an die Reihe.

Die BLT-Führung legte am Donnerstag in Münchenstein BL den Grundstein für eine Teststrecke. Sie wird einen Streckenabschnitt der Tramlinie 11 mit dem sogenannten Communications Based Train Control System (CBTC) ausstatten, wie CEO Frédéric Monard vor den Medien sagte.

Dieses ermöglicht in einem ersten Schritt, dass die Trams automatisch fahren können, wobei der Fahrer oder die Fahrerin weiterhin entscheidet, den Start und Halt steuert sowie die Türen öffnet. Ab 2027 werden nächtliche Testfahrten starten. In einem nächsten Schritt sollen ab 2028 die Trams der Linie 11 automatisch im Fahrgastbetrieb fahren, wobei weiterhin ein Mensch den Fahrweg und den Fahrgastwechsel überwacht.

Die BLT nutzt ihre derzeit laufenden Sanierungen auf der Linie 11 dazu, das CBTC gleich dort auszuprobieren. «Wir wollen die Infrastruktur, die an ihr Lebensende gekommen ist, nicht nur ersetzen, sondern gleichzeitig die Voraussetzungen für die Mobilität von morgen schaffen», sagte Monard. Der Test findet auf dem Abschnitt zwischen den Haltestellen Freilager in Münchenstein BL und Landererstrasse in Reinach BL statt.

Auf dem Weg hin zu vollautomatisierten Fahrzeugen

Damit die Reisedauer der Trams genauestens mitverfolgt werden kann, werden passive Sensoren, sogenannte Radio Frequency Identification-Tags im Gleisbett installiert. Sie ermöglichen eine permanente Kommunikation mit dem Fahrzeug. Bei der Grundsteinlegung für das CBTC-Stammnetz montierte die BLT einen ersten solchen Sensor.

Die BLT nutzt dabei das CBTC-System Nova Pro des Herstellers Stadler. Mit der Umstellung der Trams auf CBTC würden künftig Stellwerke und Signalanlagen wegfallen, sagte David Frei, Leiter Vertrieb und Kundenservice bei Stadler. Durch die 4G/5G-Technologie braucht es im Führerstand keine Aussensignale mehr. Der Trambetrieb wird digitalisiert, was das Personal am Cockpit mitverfolgen kann.

Bei der Waldenburgerbahn arbeitet die BLT daran, das Depot zu automatisieren. Somit übernimmt die Technik Vorgänge wie Rangieren und Waschen. In einer unbestimmten Zukunft, nach 2030, sollen die Bahn und Trams auch vollautomatisch und ohne Personal an Bord zirkulieren können, wie Frei weiter sagte.

Quelle: sda
veröffentlicht: 13. August 2026 14:59
aktualisiert: 13. August 2026 14:59