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Der FIFA-Präsident will WM-Rechte an Investoren verkaufen

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Der FIFA-Präsident will WM-Rechte an Investoren verkaufen

28. Juli 2026, 19:45 Uhr
Hat immer wieder neue Ideen, wie noch mehr Geld beschafft werden kann: FIFA-Präsident Gianni Infantino
© KEYSTONE/AP/Eduardo Verdugo
Milliarden-Deal für die FIFA? Gianni Infantino will Investoren für die Rechte an WM-Turnieren ins Spiel bringen. Das ruft sofort Kritiker auf den Plan. Was hinter dem Deal steckt.

Die FIFA sorgt mit Plänen für einen Milliarden-Deal für die Rechte an ihren Fussballturnieren für neuen Wirbel. Der Weltverband will einen Teil der kommerziellen Rechte an seinen Turnieren an Investoren verkaufen und damit mehr als vier Milliarden Dollar erlösen, wie er mitteilte. Auch künftige WM-Turniere sollen dann unter dem Dach eines neuen Unternehmens organisiert werden, dessen Mehrheits-Eigentümer der Weltverband wäre.

Die Europäische Fussball-Union reagierte mit scharfer Kritik auf erste Medienberichte über das Vorhaben, das wenig später von der FIFA bestätigt wurde. «Damit wird eine Grenze überschritten, die die für den Fussball verantwortlichen Institutionen niemals überschreiten dürften», teilte die UEFA mit, welche die Sache sehr ernst nehme.

«Die Seele und die Führung des Fussballs sind keine Handelsware - erst recht nicht bei völliger Intransparenz darüber, wer finanziell davon profitiert. Niemand von uns ist Eigentümer des Fussballs. Er steht der FIFA nicht zum Verkauf», hiess es in dem UEFA-Statement weiter.

Mehr Teilnehmer, häufigere Durchführung?

Nach Angaben der FIFA sollen private Geldgeber rund 20 Prozent der Anteile an dem neu zu gründenden Tochterunternehmen FFE erwerben können, dessen Wert zunächst auf insgesamt 20 Milliarden Dollar festgelegt ist. Im FFE werden die kommerziellen Rechte an den FIFA-Wettbewerben wie der Männer- und Frauen-WM sowie der Klub-WM gebündelt. Einem Bericht der «Times» zufolge könnte ein solcher Deal den Druck erhöhen, das Teilnehmerfeld einer WM weiter auszubauen oder die WM häufiger als bisher auszutragen.

Die FIFA würde Mehrheitsgesellschafter des Unternehmens bleiben und hätte nach eigenen Angaben auch weiter die Kontrolle über den Spielkalender und das Regelwerk. Alle 211 FIFA-Mitgliedsverbände sollen ebenfalls kleinere Anteile an dem Unternehmen erhalten, die entweder behalten oder verkauft werden könnten.

Trump-Vertraute als Mittelsmänner?

Zu den Plänen seien auch Personen aus dem Umfeld der US-Regierung von Donald Trump einbezogen worden, hiess es in dem «Times»-Artikel unter Berufung auf mehrere mit dem möglichen Deal vertraute Quellen. Die Investitionspläne würden bereits seit mehreren Monaten vorbereitet und müssten noch genehmigt werden, hiess es in der «Financial Times». Nach Angaben der Zeitung führe Technologieinvestor Joshua Kushner, dessen Bruder Jared mit Trumps Tochter Ivanka verheiratet ist, Gespräche darüber, den Einstieg über seinen Fonds Thrive Eternal anzuführen.

Ein FIFA-Sprecher bestätigte, dass erwartet wird, dass Thrive die Führung der geplanten Investorengruppe übernehmen werde. Die FIFA arbeitet nach Angaben des Sprechers bei ihren Plänen mit der Investmentbank JPMorgan zusammen.

Neue Rolle für Infantino?

Ein solcher Deal könnte auch Auswirkungen auf Infantinos Aufgaben bei der FIFA haben: Sollte das Modell umgesetzt werden, könnte der 56-Jährige nach dem Ende seiner bis 2031 erwarteten letzten Amtszeit als FIFA-Präsident das neue Unternehmen als Commissioner oder Geschäftsführer leiten. Es sei aber noch nie darüber gesprochen worden, ob Infantino nach Ablauf seiner letzten Amtszeit ein solches Amt übernehme, sagte ein FIFA-Sprecher.

Der FIFA-Präsident und die FIFA-Verwaltung müssten jedoch - sofern es genehmigt wird - führende Rollen in dieser Einrichtung einnehmen, um gemäss den Statuten des Weltverbandes die Kontrolle über jede Tochtergesellschaft zu behalten.

Ähnliche Pläne hatte Infantino schon im Jahr 2018 verfolgt, als er für die Klub-WM und eine weltweite Nations League einen Milliarden-Deal unter Beteiligung saudi-arabischer Investoren anstrebte. Dieses Geschäft erhielt innerhalb der FIFA aber keine ausreichende Unterstützung und kam daher nicht zustande.

Quelle: sda
veröffentlicht: 28. Juli 2026 19:45
aktualisiert: 28. Juli 2026 19:45