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Der putzige Waschbär dürfte auch in Zürich nicht aufzuhalten sein

Wildtiere

Der putzige Waschbär dürfte auch in Zürich nicht aufzuhalten sein

9. Oktober 2026, 05:00 Uhr
Mit «Jöh-Effekt», aber unerwünscht. Der Waschbär dürfte auch im Kanton Zürich nicht aufzuhalten sein. (Archivbild)
© KEYSTONE/DPA-Zentralbild/BRITTA PEDERSEN
Mit ihren schwarzen Knopfaugen und der Zorromaske sind Waschbären zweifellos herzig. Aber sie bedrohen heimische Tiere und richten grosse Schäden an. Ihre Ausbreitung dürfte auch im Kanton Zürich nicht aufzuhalten sein.

«Nicht exponentiell, sondern schleichend», nennt Reto Muggler, Co-Leiter der kantonalen Fischerei- und Jagdverwaltung, das Wachstum der Waschbären-Population im Kanton Zürich. Die Zahl der erlegten Waschbären liegt seit Jahrzehnten konstant bei ein bis fünf.

Aber die Ausbreitung, da ist er wie andere Experten überzeugt, lässt sich kaum aufhalten. «Es häufen sich Sichtungen von Jungtieren.» Dies könne aber auch daran liegen, dass es heute viel mehr Kameras gebe als früher. Ein spezielles Konzept, um zu verhindern, dass sich die putzigen Tiere weiter ausbreiten, hat der Kanton Zürich derzeit nicht. «Da der Waschbär als Neozoon sowieso bejagt wird, braucht es das im Moment nicht», erklärt Muggler.

84 Waschbären in der Schweiz abgeschossen

Wie viele Waschbären mittlerweile in der Schweiz leben, ist unbekannt. Seit zehn Jahren tauchen die Tiere in den Jagdstatistiken auf. 2025 wurden insgesamt 84 Exemplare abgeschossen, alleine 54 im Aargau und 23 im Kanton Basel-Landschaft. In den 1990er-Jahren wurden die ersten Schweizer Waschbären in der Nordschweiz gesichtet. Sie waren wohl aus Gehegen entkommen.

Ursprünglich stammen die Tiere aus Nordamerika. Für die Pelztierhaltung wurden sie nach Europa importiert, wo einige Exemplare im Jahr 1934 in Hessen ausgesetzt wurden. Von dort aus verbreiteten sich die Allesfresser in ganz Deutschland. Weil sie in Europa kaum natürliche Fressfeinde haben, vermehrten sie sich rasant.

Zwei Millionen Exemplare in Deutschland

Heute gibt es in Deutschland geschätzt zwei Millionen Waschbären. Mancherorts haben sie sich zu einer regelrechten Plage entwickelt. Sie verursachen massive Schäden an Gebäuden und in Dachstöcken. Als geschickte Kletterer, Jäger und Nesträuber bedrohen sie zudem einheimische Amphibien und Vögel. Und nicht zuletzt können sie den für Menschen gefährlichen Waschbär-Spulwurm übertragen.

Während Deutschland den Kampf gegen den Waschbär längst verloren hat, versuchen Schweizer Behörden sie einzudämmen respektive sich auf eine Plage vorzubereiten. Der Nachbarkanton Aargau etwa arbeitet dafür mit den Jagdgesellschaften zusammen.

Den Jägern stehen elf extra dafür entwickelte Kastenfallen mit Abfangkorb zur Verfügung. Tappt ein Waschbär in die Falle, erlegt der Jäger ihn mit einem gezielten Schuss.

Quelle: sda
veröffentlicht: 9. Oktober 2026 05:00
aktualisiert: 9. Oktober 2026 05:00