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Erfahrung als grosses Plus - ZSC vor Finaleinzug

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Erfahrung als grosses Plus - ZSC vor Finaleinzug

27. März 2026, 04:30 Uhr
ZSC-Trainer Marco Bayer und sein Team befinden sich auf Kurs
© KEYSTONE/SAMUEL GOLAY
Die ZSC Lions zeigen am Mittwoch beim 4:0 gegen Lugano eine beeindruckende Leistung und stehen vor dem Halbfinal-Einzug. Trainer Marco Bayer hebt die Erfahrung hervor.

Seit der Einführung der Playoffs in der Saison 1985/86 sind erst zwei Teams mehr als zweimal hintereinander Schweizer Meister geworden: Lugano holte von 1986 bis 1988 dreimal in Folge den Titel, Kloten von 1993 bis 1997 gar viermal. Doch ohne diese Leistungen schmälern zu wollen, ist die National League nicht mehr vergleichbar mit damals; es ist angesichts der Ausgeglichenheit schwieriger, eine solche Serie zu schaffen.

Die ZSC Lions bringen jedoch alles mit, um zum dritten Mal in Folge den Meisterpokal in die Höhe zu stemmen. Gegen Lugano hätten die Zürcher die ersten beiden Partien gerade so gut auch verlieren können, doch sie taten es nicht. «Wir haben unglaublich viel Erfahrung in dieser Mannschaft, wissen, wie wir gewinnen, wissen, in wichtigen Situationen, wie reagieren und wie mit Druck umgehen», sagt Headcoach Marco Bayer. «Das ist sicher ein Vorteil für uns. Die Spieler finden meistens die richtigen Lösungen, das zeichnet sie sowohl individuell als auch als Mannschaft aus. Diese Erfahrung kann man nicht kaufen, die muss man machen - und das haben sie.»

Ein Statement

Am Montag beim 5:4-Sieg in Lugano mussten die Lions nach einer 5:2-Führung noch zittern. Verteidiger Christian Marti bezeichnete das letzte Drittel gar als «Katastrophe», am Mittwoch hatte Lugano den Lions wenig entgegenzusetzen. «Wir konnten umsetzen, was wir ändern wollten», sagt die fixe Grösse im Schweizer Nationalteam. Bayer ergänzt: "Was mich unglaublich stolz macht, ist, wie reif und abgeklärt das Team im letzten Drittel gespielt hat. Es war ein Spiel mit einer schon ziemlich hohen Intensität. So wollen wir auftreten.“

Die Leistung des ZSC war auf jeden Fall ein Statement nach der nicht ganz einfachen Qualifikation, welche die Lions auf dem 4. Platz abgeschlossen hatten - im Oktober verloren sie wettbewerbsübergreifend acht Partien in Folge. Die Verantwortlichen bewahrten jedoch die Ruhe, hielten an Bayer fest - und das scheint sich nun auszuzahlen.

Bayer wurde Ende Dezember 2024, als sein Vorgänger Marc Crawford aus gesundheitlichen Gründen überraschend zurücktrat, ins kalte Wasser geworfen, hatte er doch zuvor noch nie als Headcoach in der höchsten Schweizer Liga gearbeitet. Nachdem er den ZSC in der Folge zum Triumph in der Champions Hockey League sowie zum Meistertitel geführt hatte, bewies er nun in dieser Saison auch, dass er eine Krise bewältigen kann.

Auf die Frage, was die grössten Unterschiede zwischen dem heutigen Marco Bayer und jenem bei der Amtsübernahme seien, antwortet er: «Ich bin noch ruhiger und abgeklärter geworden, weiss, welche Schlüsse ich in den wichtigen Situationen ziehen muss. Aber das habe ich der Mannschaft zu verdanken, niemand anderem.»

Fragezeichen um Andrighetto

Einen Wermutstropfen gab es aber am Mittwoch, fiel doch Topskorer Sven Andrighetto kurz vor der zweiten Pause nach einem Zusammenprall mit seinem Teamkollegen Rudolfs Balcers aus. Genaueres wusste Bayer nach Spielschluss noch nicht; er betont aber, dass sie breit aufgestellt seien. Und vor allem haben sie mit Goalie Simon Hrubec einen Erfolgsgaranten. Der Tscheche feierte in der Serie gegen Lugano schon zwei Shutouts, wobei das 4:0 der 18. Heimsieg in Serie in den Playoffs war.

Am Freitag bietet sich den Lions in Lugano die Chance, schnellstmöglich die Halbfinals zu erreichen. Marti sagt: «Auf einer Leistung wie heute kann man mega, mega aufbauen.» Er betont aber auch: «Es sind erst drei Spiele gespielt. Wir sind noch nicht am Ziel.»

Quelle: sda
veröffentlicht: 27. März 2026 04:30
aktualisiert: 27. März 2026 04:30