Fischer sieht Fortschritte, bemängelt aber fehlende Intensität
Noch ist das WM-Stadion in Zürich-Altstetten keine Schweizer Festung. Auch das fünfte Spiel der Nationalmannschaft in der 2022 eröffneten ZSC-Arena ging verloren, wenn auch knapp. Für die meisten der gut 5000 Zuschauer kam der Jubel der Schweden am Ende überraschend. Nach dem 2:2 nach 65 Minuten entschieden die Gäste das Penaltyschiessen nach drei Schützen mit 2:0 für sich. «Laut Reglement wären aber fünf Schützen vorgesehen», sagte Nationaltrainer Patrick Fischer zur kuriosen Situation, die letztlich zur Schweizer Startniederlage am Heimturnier führte.
«Special Teams» überzeugten
Nach dem ersten Zusammenzug im November war Fischer mit der spielerischen Leistung noch unzufrieden gewesen. Am Donnerstag erkannte er jedoch zahlreiche positive Ansätze und eine deutliche Steigerung im Vergleich zum 3:8 gegen die Schweden vor einem Monat. «In den Special Teams waren wir heute sehr gut», betonte der Nationaltrainer und verwies auf die beiden frühen Powerplaytore und die unbeschadet überstandene fünfminütige Unterzahl im Mitteldrittel. «Schade, dass wir die Chance in der Verlängerung mit einem Mann mehr nicht nutzen konnten.»
Im Spiel bei numerischem Gleichstand sieht Fischer jedoch weiterhin Luft nach oben. «Gegen Schweden ist es schwierig, Chancen zu kreieren. Bezüglich Intensität erwarte ich zudem eine Steigerung. Gewisse Spieler waren nicht dort, wo ich sie mir wünsche.»
Thürkauf punktet im Olympia-Casting
In dieser Hinsicht mit positivem Beispiel voran ging Calvin Thürkauf. Der Captain des HC Lugano, der am Karjala Cup im November im ersten Spiel mit einer Ellbogenverletzung ausgefallen war, überzeugte mit seiner physischen Präsenz und sammelte damit Punkte im Hinblick auf eine mögliche Olympia-Selektion. Ob mit einem kernigen Check, einem gefährlichen Vorstoss im Boxplay, der beinahe zum 3:1 geführt hätte, oder einer herausgeholten Strafe kurz vor Ende der regulären Spielzeit, Thürkauf setzte die Akzente, die Fischer fordert.
Am Samstag gegen Tschechien wird vom Schweizer Team genau diese Intensität nötig sein, um in der WM-Arena von Zürich-Altstetten den ersten Sieg einzufahren. Die Tschechen sind am Donnerstag mit einem 3:1-Sieg gegen Olympiasieger Finnland ins zweite Turnier der Euro Hockey Tour 2025/26 gestartet.