Gebäudeversicherung kommt für Schäden nach «Tätsch»-Explosion auf
Bis heute seien rund 180 Schadenfälle gemeldet worden, teilte eine Mediensprecherin der Gebäudeversicherung (GVZ) auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mit. Aktuell gehe die GVZ von einer Gesamtschadensumme zwischen 2 und 2,5 Millionen Franken aus.
Da die GVZ betroffene Gebäudeeigentümerinnen und Gebäudeeigentümer nicht auf unbestimmte Zeit im Unklaren über die Schadenregulierung lassen will, hat sie sich noch vor Abschluss der Ermittlungen entschieden, für die gemeldeten Gebäudeschäden aufzukommen, wie sie am Dienstag mitteilte.
Zuständigkeit noch offen
Noch wird die genaue Ursache der Explosion von der Kantonspolizei Zürich in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich untersucht. Und bis zu deren Vorliegen könne die Zuständigkeit für die Schadenregulierung nicht abschliessend beurteilt werden, hält die GVZ fest.
Nach Abschluss der Ermittlungen will die Gebäudeversicherung dann prüfen ob Kosten bei Dritten zurückgefordert werden. «Dies betrifft die Kundinnen und Kunden nicht», betont sie.
Zwei Verletzte
Im Februar waren in der Versuchs- und Schulungsanlage «Tätsch» in Illnau-Effretikon mehrere hundert Kilogramm Sprengmittel explodiert, die hätten fachgerecht entsorgt werden sollen. Zwei Personen wurden leicht verletzt.
Der Knall war bis nach Zürich zu hören und hinterliess einen Krater mit mehreren Metern Durchmesser. Die Druckwelle beschädigte Dächer, Mauern, Fenster und Türen. Auch ein Aquarium ging zu Bruch.
Das Areal «Versuchs- und Schulungsanlage Tätsch» in Illnau wurde in den 1960er Jahren erstellt, später umgebaut und erweitert. Seither finden auf dem Areal verschiedene Schulungen für Blaulichtorganisationen, Sprengmeisterkurse und diverse Sprengaktivitäten statt.
Das Grundstück im Tätsch liegt in der kantonalen Landwirtschaftszone und im Wald. Betreiberin ist eine Genossenschaft. Illnau-Effretikon ist nicht beteiligt.