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Klage wegen Transferregeln: FIFA einigt sich mit Diarra

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Klage wegen Transferregeln: FIFA einigt sich mit Diarra

8. Juni 2026, 16:06 Uhr
Lassana Diarra setzte seine Karriere ein Jahr nach dem Abgang aus Moskau bei Olympique Marseille fort
© KEYSTONE/EPA/CHRISTOPHE PETIT TESSON
Im Rechtsstreit mit dem französischen Ex-Nationalspieler Lassana Diarra um Transferregeln hat der Fussball-Weltverband FIFA nach eigenen Angaben eine aussergerichtliche Einigung erreicht.

Wie diese Einigung konkret aussieht, präzisierte die FIFA nicht. Diarras bisheriger Anwalt teilte auf dpa-Anfrage zunächst mit, dass er nichts von einem Abkommen wisse.

Der ehemalige Profi Diarra hatte die FIFA und den belgischen Verband im Sommer 2025 auf Entschädigung in Höhe von 65 Millionen Euro verklagt. Vorausgegangen war ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs von 2024, wonach bestimmte Transferregeln der FIFA gegen EU-Recht verstossen.

Diarra und die FIFA haben nun alle Rechtsstreitigkeiten beigelegt, wie der Verband verkündete. Er unterstrich: «Die FIFA hat weder ihre Schuld eingestanden noch eine Entschädigungszahlung geleistet.» Zum aktuellen Zeitpunkt wolle sich der Weltverband nicht weiter zur Causa äussern.

Hintergrund des jahrelangen Disputs war 2014 der Weggang von Diarra von seinem damaligen Verein Lokomotive Moskau trotz noch bestehenden Vertrags. Der Klub warf dem Spieler Vertragsbruch vor und kontaktierte die FIFA, die Diarra dann zu einer Strafe von mehr als 10 Millionen Euro verurteilte.

Im Anschluss daran sahen andere Vereine von einer Verpflichtung ab, weil die damaligen FIFA-Regularien vorsahen, dass ein neuer Klub für den Spieler hafte und eventuelle Strafen bezahlen müsse. Der EuGH rügte in seinem Urteil, dass dadurch die vom EU-Recht gewährte Freizügigkeit der Spieler und der Wettbewerb zwischen den Vereinen eingeschränkt sei. Die FIFA machte sich eigenen Angaben zufolge im Anschluss daran, ihre Regeln zu überarbeiten.

Als Folge des Falls bereitete die Organisation «Justice for Players» Sammelklagen gegen die FIFA sowie die Nationalverbände in den Niederlanden, Frankreich, Belgien, Dänemark und Deutschland vor. Sie führt aus, dass die neuen FIFA-Regularien unzureichend seien und es keine Kompensationen für Spielerinnen und Spieler gebe, welchen in der Vergangenheit Unrecht geschah. Welche Auswirkungen die FIFA-Einigung mit Diarra hat, ist vorerst unklar.

Quelle: sda
veröffentlicht: 8. Juni 2026 16:06
aktualisiert: 8. Juni 2026 16:06