Lara Gut-Behramis grossartige Karriere im Zeitraffer
WELTCUP-PREMIERE. Lara Gut tritt am 28. Dezember 2007 zum ersten Mal im Weltcup an. Im Alter von 16 Jahren und 8 Monaten ist sie im Riesenslalom in Lienz im Osttirol die Jüngste im Teilnehmerfeld. Mit der Startnummer 60 belegt sie Platz 43. Die Qualifikation für den 2. Lauf verpasst sie um 46 Hundertstel.
WELTCUP-PODEST-PREMIERE. Lediglich 36 Tage nach ihrem Einstieg auf oberster Ebene sorgt Lara Gut ein erstes Mal für Furore - und das im doppelten Sinn. Anfang Februar 2008 sichert sie sich in St. Moritz in ihrer allerersten Weltcup-Abfahrt auf spektakuläre Art mit Startnummer 32 Rang 3. Mit ihrem Sturz gegen Ende ihrer Fahrt, bei dem sie einen Ski verlor und danach die letzten 50 Meter den Hang hinunter über die Ziellinie rutscht, liefert sie Bilder, die in Erinnerung bleiben.
SIEG-PREMIERE. St. Moritz ist auch Schauplatz des ersten Weltcup-Sieges von Lara Gut. Zehneinhalb Monate nach dem Coup in der Abfahrt, am 20. Dezember 2008, gewinnt sie im Engadin den Super-G überlegen. Ihre zweitplatzierte Teamkollegin Fabienne Suter distanziert sie um 63 Hundertstel.
ERSTE WM-MEDAILLEN. Lara Gut schlägt auch bei ihren ersten Auftritten an einer Grossveranstaltung zu. An der Weltmeisterschaft 2009 in Val d'Isère lässt sie sich nach der Super-Kombination und der Abfahrt die Silbermedaille umhängen.
DER ERSTE RÜCKSCHLAG. In der Vorbereitung auf den Winter 2009/10 lernt Lara Gut ein erstes Mal die Schattenseiten des Skirennsports kennen. Ende September stürzt sie im Riesenslalom-Training in Saas-Fee nach einem Innenskifehler schwer und zieht sich eine Luxation an der rechten Hüfte zu. Nach der unumgänglichen Operation fällt sie die gesamte Saison aus und verpasst die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Vancouver.
ERSTE SIEGE IN ABFAHRT UND RIESENSLALOM. Es ist wohl auch der schweren Hüftverletzung und der langen Zwangspause geschuldet, dass sich Lara Gut mit ihrem ersten Weltcup-Sieg in der Abfahrt und im Riesenslalom für ihre Verhältnisse etwas länger gedulden muss. In der Abfahrt triumphiert sie am 14. Dezember 2012 in Val d'Isère erstmals, im Riesenslalom am 26. Oktober 2013 beim traditionellen Prolog auf dem Rettenbach-Gletscher oberhalb von Sölden.
TRÄNEN TROTZ OLYMPIA-BRONZE. Vier Jahre nach dem verpassten Saisonhöhepunkt in Vancouver holt Lara Gut bei den Spielen in Sotschi den ersten Gewinn einer Olympia-Medaille nach. In der Abfahrt holt sie Bronze - und zeigt danach eine Reaktion, die ihr viel Kritik einbringt. Über das entgangene Gold weint sie bittere Tränen statt Freude zu zeigen. Das angestrebte Ziel verpasst sie um eine Zehntelsekunde. Olympiasiegerinnen werden gemeinsam Guts Teamkollegin Dominique Gisin und die Slowenin Tina Maze. Am Ende des Weltcup-Winters kann sich Lara Gut immerhin mit dem erstmaligen Gewinn der kleinen Kristallkugel im Super-G trösten.
ERSTE GROSSE KRISTALLKUGEL. Zwei Jahre nach der ersten kleinen Kristallkugel darf Lara Gut zum ersten Mal auch den grossen gläsernen Pokal entgegennehmen. 21 Jahre nach dem dritten Erfolg von Vreni Schneider stellt die Schweiz wieder die Siegerin im Gesamtweltcup.
ERSTER KREUZBANDRISS. Mit Blick auf die Weltmeisterschaft 2017 in St. Moritz scheint für Lara Gut alles angerichtet. Sie reist in Topform ins Engadin, die Erwartungen sind entsprechend hoch. Gleich vier Chancen auf einen Medaillengewinn werden ihr zugesprochen. Doch es kommt alles anders. Beim Einfahren für den Kombinations-Slalom erleidet die Tessinerin im linken Knie einen Riss des vorderen Kreuzbandes und eine Meniskus-Verletzung.
EINGELÖSTES VERSPRECHEN. Sie wolle stärker zurückkommen, sagt Lara Gut mit zeitlicher Distanz zum verhängnisvollen Vorkommnis in St. Moritz. Und sie hält Wort. Sie gewinnt nach ihrer Rückkehr im Weltcup mehr Rennen als vor der Knieverletzung. 25 ihrer 48 Siege erringt sie nach ihrer langen Pause.
HEIRAT. Anderthalb Jahre nach dem bitteren Abgang in St. Moritz schwebt Lara Gut privat auf Wolke 7. Im Juli 2018 heiratet sie Valon Behrami und nennt sich fortan Lara Gut-Behrami. Die Beziehung mit dem früheren Fussballer und Schweizer Internationalen hat sie erst im März zuvor bekannt gegeben.
WELTMEISTERIN UND OLYMPIASIEGERIN. Nach langem Warten klappt es endlich auch an Grossanlässen mit dem Siegen. An der Weltmeisterschaft 2021 in Cortina d'Ampezzo ist Lara Gut-Behrami als Gewinnerin im Super-G und im Riesenslalom (sowie mit Rang 3 in der Abfahrt) die grosse Figur jener Titelkämpfe. Ein Jahr später lässt sie auch das überfällige Gold unter den fünf Ringen folgen. An den Olympischen Spielen in Peking gewinnt sie den Titel im Super-G.
ZWEITE GROSSE KRISTALLKUGEL. Im Winter 2023/24 vergrössert Lara Gut-Behrami ihre Sammlung an kristallenen Auszeichnungen markant. Sie gewinnt nicht nur zum zweiten Mal den Gesamtweltcup, sondern entscheidet auch die Wertungen im Riesenslalom und im Super-G für sich. Im Super-G ist sie zum sechsten Mal in einer Weltcup-Saison die Beste. Mit dem halben Dutzend macht sie sich in dieser Disziplin zur Nummer 1, die Männer eingerechnet.
ZWEITER KREUZBANDRISS. Im vergangenen November stürzt Lara Gut-Behrami im Super-G-Training in Copper Mountain, Colorado, und zieht sich zum zweiten Mal einen Kreuzbandriss im linken Knie zu. Die Saison, die sie zur Abschiedstour erklärt hat, ist im frühesten Stadium zu Ende. Die Chance in Cortina d'Ampezzo nochmals um olympische Meriten zu kämpfen, ist dahin.
RÜCKTRITT. Gut-Behrami lässt sich Zeit mit dem Entscheid ihre Karriere betreffend. Am 5. August, gut acht Monate nach dem folgenschweren Umfaller in Copper Mountain, erklärt sie ihren Rücktritt vom Spitzensport.