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Medienkunstpionier Yves Netzhammer erhält Pax Art Award

Auszeichnung

Medienkunstpionier Yves Netzhammer erhält Pax Art Award

17. September 2026, 13:00 Uhr
Yves Netzhammer in seinem Atelier in der Roten Fabrik in Zürich.
© KEYSTONE/GAETAN BALLY
Yves Netzhammer erhält den mit 30'000 Franken dotierten Pax Art Award 2026. Der Schweizer Medienkunstpionier ist gegenwärtig hoch im Kurs: Vor einem Jahr zeigte ihn das Kunsthaus Zürich und im Mai dieses Jahres wurde er mit dem Basler Filmpreis ausgezeichnet.

Die Jury würdigt Netzhammer «für seine konsequente Entwicklung einer eigenständigen digitalen Bildsprache und seine Pionierrolle in der Schweizer Medienkunst», wie die Pax Art Foundation und das Haus der elektronischen Künste, Münchenstein bei Basel mitteilten. Er verwandle Räume in vielschichtige Umgebungen, in denen Medien, Architektur und Klang zu einem lebendigen Kosmos verschmelzen würden.

Netzhammer begann mit Strichzeichnungen. Später kreierte er mit Software, die für die Architektur entwickelt wurde, originäre Welten mit gesichts- und sprachlosen Figuren, die wie Stellvertretende von Menschen ihre surrealen, aber doch einnehmenden Geschichten erzählen. Und schliesslich überführte er seine Animationen aus den Bildschirmen hinaus in raumgreifende Installationen.

Das sich aufbäumende Pferd auf dem Dach

Das kann auch mal einen auf den ersten Blick ganz konventionellen skulpturalen Ausdruck haben. So etwa mit einer Pferdeskulptur, die er als Kunst-am-Bauwerk hoch oben auf einem Hochhausdach in Zürich platziert hat. Dieses lebensgrosse Pferd kann sich dank eines hydraulischen Antriebs und Gelenken aufbäumen und mit den Hufen scharren und damit auch ganz schön Aufmerksamkeit erregen.

Netzhammer gehört zu den bekanntesten Schweizer Künstlern, der unter anderem auch in China gezeigt wird. In den letzten paar Jahren hatte er aber in seinem Heimatland einen auffälligen Lauf: 2024 hatte er eine Ausstellung im Kunstmuseum Solothurn, 2025 folgte die dialogische Ausstellung von Netzhammer und dem 1919 verstorbenen Bildhauer Wilhelm Lehmbruck im Kunsthaus Zürich. Im Mai 2026 schliesslich erhielt er für seinen ersten Lang-Animationsfilm «Reise der Schatten» den Filmpreis der Region Basel.

Die nun erfolgende Vergabe des Hauptpreises an Netzhammer ist also sicher mehr eine Würdigung seines Schaffens als ein Förderpreis. Doch da bleibt sich der Pax Art Award treu: Die Hälfte des Preises dient dem Erwerb eines Werks für die Sammlung der Pax Art Foundation, die andere Hälfte erhält der Künstler als Fördergeld für die Produktion einer neuen Arbeit.

Zwei weitere Auszeichnungen gehen an die jungen Medienkunstschaffenden Daniela Brugger und Tamara Janes. Sie sind mit jeweils 15'000 Franken dotiert.

Quelle: sda
veröffentlicht: 17. September 2026 13:00
aktualisiert: 17. September 2026 13:00