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Olympiasieger Loïc Meillard in neuer Rolle

Ski alpin

Olympiasieger Loïc Meillard in neuer Rolle

10. Oktober 2026, 05:00 Uhr
Loïc Meillard spricht am Medientag von Swiss-Ski in Dübendorf
© KEYSTONE/PostFinance/CLAUDIO THOMA
Loïc Meillard, seit Frühjahr Vater einer kleinen Tochter, blickt zuversichtlich auf die neue Saison. Mit 30 Jahren und mit einem neuen Konditionstrainer fühlt sich der Slalom-Olympiasieger bereit.

Das Leben meint es gut mit Loïc Meillard. Einzelheiten über «dieses gute Leben» gibt der Romand allerdings nicht preis. «Nur weil man Emotionen manchmal nicht im Bild sieht, heisst das nicht, dass sie nicht da sind», betont er am Medientag Ende September in Dübendorf. Was sein neues Leben als Vater betrifft, bleibt der Skifahrer aus Hérémence gewohnt bodenständig. «Ich glaube, es ist immer noch das Gleiche. Wenn man unterwegs ist und weiss, wie die Situation ist, gibt es kein Problem. Man ist mental darauf eingestellt. Und wenn dann der Tag der Heimkehr naht, freut man sich darauf. Diesbezüglich hat sich nichts geändert. Dieses Gefühl ist immer da und wird wohl auch immer bleiben.»

Auf das Training in Neuseeland mit der Technik-Gruppe musste sich Meillard mental einstellen, seine Partnerin Zoé und die gemeinsame Tochter zurückzulassen. «Ich weiss, dass es so ist. Es ist mein Job, und damit muss man umgehen. Ich habe ohnehin keine grosse Wahl. Natürlich tut es in den ersten Minuten ein wenig weh. Doch dann schaltet man schnell in den Trainingsmodus um.»

Ein neuer Konditionstrainer

Eine weitere Neuerung ist der Wechsel des Konditionstrainers nach zehn Jahren der Zusammenarbeit mit Patrick Flaction. «Es ist der richtige Zeitpunkt, um etwas Neues auszuprobieren», sagt Meillard. «Wir haben zehn Jahre lang zusammengearbeitet, und ich habe keine weiteren zehn Jahre Karriere mehr vor mir.»

In Übersee konnte er «eine bessere Basis schaffen als im letzten Jahr». «Ich konnte wirklich jeden Tag Ski fahren und die Bedingungen nutzen, auch wenn sie nicht perfekt waren. Es tut gut, Abwechslung im Training zu haben. Da die Schneebedingungen unterschiedlich waren, versuchten wir Lösungen zu finden, damit ich mich etwas freier fühle. Zum Beispiel bei dem sehr aggressiven Schnee, den man manchmal zu Saisonbeginn vorfindet und mit dem ich bisweilen zu kämpfen habe. Ich würde nicht behaupten, dass wir schon alle Lösungen gefunden haben. Aber wir versuchen, Schritt für Schritt voranzukommen.»

Konkurrenz aus Norwegen

Nachdem er in der Saison 2023/24 hinter Marco Odermatt den zweiten Platz im Gesamtweltcup belegt hatte, folgten für den aus dem Kanton Neuenburg stammenden Walliser ein dritter und ein vierter Rang in den vergangenen zwei Wintern. Die Zahlen sind zwar rückläufig, ein Rückschritt sind sie allerdings nicht, zumal sich Meillard mittlerweile mit noch stärkeren Gegnern zu messen hat. Er sieht sich einer verschärften Konkurrenz vorab aus Norwegen (Atle Lie McGrath, Henrik Kristoffersen, Timon Haugan) sowie durch den für Brasilien fahrenden «Abtrünnigen» Lucas Pinheiro Braathen gegenüber.

Andererseits hat Meillard bei den letzten beiden Grossereignissen, der WM in Saalbach im vergangenen Jahr und den Olympischen Spielen in Mailand-Cortina im letzten Winter, überzeugt. In Österreich holte er Silber im Riesenslalom sowie Gold in der Team-Kombination und im Slalom. In Bormio gewann er Bronze im Riesenslalom, Silber in der Team-Kombination und Gold im Slalom. Seine Erfolgsbilanz ist zwar gewachsen, doch kurz vor seinem 30. Geburtstag hätte er sicher nichts gegen eine Disziplinen-Kristallkugel einzuwenden. Kristall hat er erst einmal gewonnen, nämlich die Trophäe im Parallel-Riesenslalom im Winter 2019/20. Jene Auszeichnung war nach zwei Rennen vergeben worden, der Stellenwert ist entsprechend gering.

Die Motivation durch die Kristallkugel

«Eine Kristallkugel zu gewinnen ist natürlich ein Traum und ein Ziel. Sollte ich meine Karriere jedoch ohne weitere Kugeln beenden, wäre ich dennoch sehr glücklich und zufrieden mit meinem Werdegang. Ich versteife mich also nicht darauf, und es ist auch nicht so, dass das Ganze zusätzlichen Druck aufbaut. Der Gedanke daran ist zwar immer irgendwo im Hinterkopf präsent, aber er motiviert mich auch, hart zu arbeiten und mich stetig weiterzuentwickeln. Wir werden sehen, ob es eines Tages klappt. Auf jeden Fall tue ich alles, was in meiner Macht steht, um mir die besten Chancen zu erarbeiten. Der Rest liegt dann nicht mehr in meiner Hand.»

Auf die Frage, welche Trophäe in seiner Sammlung er am liebsten betrachtet, macht Loïc Meillard keine Unterschiede. «Ich glaube nicht, dass es die eine Trophäe gibt, auf die ich besonders stolz bin. Denn ich sage immer: Jedes Ergebnis, jeder Moment hat seine eigene Geschichte. Letztendlich sind es die Emotionen, die dahinterstecken. Mal ist es das Gefühl, nach einigen schwierigen Rennen, in denen man einfach nicht den richtigen Schlüssel zum Erfolg fand, einen Schritt nach vorn zu machen und ein gutes Ergebnis zu erzielen. Ein anderes Mal ist es der Gewinn einer Medaille bei einem Grossereignis. Jeder Moment hat seine Geschichte, und ich würde keinen davon über die anderen stellen.»

Quelle: sda
veröffentlicht: 10. Oktober 2026 05:00
aktualisiert: 10. Oktober 2026 05:00