Popcorn statt Bananen
Stan Wawrinka hat die Wahl. Moderator Sven Epiney bietet ihm Bananen oder Popcorn an - und der Bald-Tennisrentner wählt... das Popcorn. Ein deutliches Zeichen, dass sich eine grosse Karriere dem Ende zuneigt.
Ganz in Schwarz war Stan Wawrinka am Montagabend auf dem Centre Court in der St. Jakobshalle erscheinen. Der Anlass ist ja auch traurig und schön zugleich. Der dreifache Grand-Slam-Sieger wird offiziell vom Turniertennis verabschiedet, auch wenn er noch mindestens einmal - am Dienstag um 20 Uhr gegen die Weltnummer 21 Jiri Lehecka - spielen wird.
Der «Sylvester Stallone des Tennis»
«Es gehen ein paar Tränen auf Reisen», sagt Turnierpräsident Roger Brennwald einleitend. Und er bezeichnet Wawrinka als «Sylvester Stallone des Tennis» - wegen seiner Ausdauer und seiner Courage.
Wawrinka selber erklärt nach minutenlangem Applaus und stehenden Ovationen wie bereits mehrere Male in den letzten Monaten, dass es «schwierig ist, von einem Sport, den man so liebt, Abschied zu nehmen.» Er hat eine Epoche geprägt, die eigentlich den Big 3 Roger Federer, Novak Djokovic und Rafael Nadal gehörte. Zwei von diesen - Federer und Djokovic - ehren und danken dem 41-jährigen Waadtländer in Videobotschaften - wie auch andere Tennisgrössen von Martina Navratilova über John McEnroe bis Andy Murray. «Ich wollte immer mein Bestes herausholen, doch ich hätte nie davon geträumt, Grand Slams zu gewinnen», gibt «Stan the Man» zu.
Einfacher zu spielen als zu reden
«Es ist einfacher, auf den Court zu kommen, um zu spielen, als um hier zu stehen und zu euch zu sprechen», hatte Wawrinka gesagt. Er bewältigt die über einstündige Hommage unter den Augen seiner Familie, bei der auch ein Maler ein Portrait kreierte und Bastian Baker «Lucky» sang, mit Bravour, Klasse und Herzlichkeit. Sogar die Tränen kann er zurückhalten.
Am Dienstag kann er dann noch einmal versuchen, in seiner Kernkompetenz zu glänzen, die ihm so viel gegeben hat und die ihm so viel bedeutet.