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Rennen im Goms entscheiden über die Olympia-Tickets

Langlauf

Rennen im Goms entscheiden über die Olympia-Tickets

23. Januar 2026, 05:01 Uhr
Im Goms finden von Freitag bis Sonntag mit Sprint klassisch, Team-Sprint Skating und 20 km klassisch drei Weltcuprennen statt
© KEYSTONE/JEAN-CHRISTOPHE BOTT
Die Schweizer Langlauf-Equipe steht mit Blick auf die Olympia-Selektionen vor allem bei den Männern noch vor offenen Fragen. Die drei Weltcuprennen im Goms gelten als richtungsweisend.

Fünf Olympia-Tickets bei den Männern und neu sogar sieben Fahrkarten bei den Frauen: Diese Quotenplätze sprach das IOC dem Schweizer Team zu. Swiss-Ski nahm vergangenen Montag zunächst elf Startplätze in Absprache mit Swiss Olympic an, obwohl bislang nicht alle Frauen die Selektionsvorgaben vollumfänglich erfüllt haben und bei den Männern nur die Sprinter in Form sind. Und nun ist am Donnerstag wegen der Rückgabe von Quotenplätzen anderer Nationen noch ein siebenter Startplatz bei den Frauen hinzugekommen.

Zu Saisonbeginn wurde bei den Männern ein harter Konkurrenzkampf um die fünf Tickets erwartet. Doch daraus wurde nichts, im Gegenteil: Die sogenannten Distanzläufer fanden bislang keinen Tritt und enttäuschten auch am vergangenen Wochenende in Oberhof. Die Selektionäre stehen somit bei den Männern nicht vor der Qual der Wahl, sondern vor der Frage, wer überhaupt die Staffel bestreiten soll. Ausgerechnet die Männer-Staffel, die im vergangenen März in Trondheim mit WM-Silber Historisches schaffte, entwickelt sich zur Knacknuss.

Überangebot an Sprintern

Im Team der Männer ballt sich das Angebot bei den Sprintern, während es an Distanzläufern mangelt. Mit Valerio Grond, Janik Riebli sowie den Näff-Brüdern Isai und Noe erfüllten vier Sprinter die Vorgaben vollumfänglich, mit Roman Alder könnte im Goms noch ein Fünfter hinzustossen. Bei den Distanzläufern hat einzig Beda Klee Ende November mit Platz 14 im Massenstart überzeugt und die Vorgabe erfüllt, seither herrscht aber auch beim Toggenburger Flaute.

Die grössten Medaillenchancen an den Olympischen Spielen besitzen bei den Männern Riebli und Grond im Team-Sprint, der in der Skatingtechnik gelaufen wird. Mit Riebli, Grond und einem Ersatzmann für diese Disziplin sind drei der fünf Tickets faktisch vergeben. In zweiter, gleichwertiger Priorität geht es nun darum, die beste Crew für die Staffel über 4x7,5 km (mit je zwei Einsätzen in klassischer Technik und Skating) sowie für den Sprint (klassisch) zu finden.

Das heisst: Jason Rüesch, Nicola Wigger, Cyrill Fähndrich, Antonin Savary oder Candide Pralong erhalten am Sonntag über 20 km klassisch mit Massenstart die Chance, mit einem starken Resultat das Olympia-Ticket zu lösen. Denn für die Staffel fehlen die Distanzläufer.

Sollte am Sonntag die nächste Enttäuschung der Distanzläufer folgen, müsste die Olympia-Staffel wohl mehrheitlich mit Sprintern besetzt werden. Allrounder-Qualitäten würden die Selektionäre in diesem Fall höher gewichten als Spezialistentum.

Breites Frauenkader

Bei den Frauen präsentiert sich das Bild ausgewogener. Nadine Fähndrich, Anja Weber, Nadja Kälin und Lea Fischer zeigten im Sprint wie auch über die Distanz starke Resultate und können in beiden Bereichen eingesetzt werden. Auch Alina Meier und Marina Kälin dürfen mit einer Selektion rechnen, obwohl sie die Vorgaben im Sprint beziehungsweise über die Distanz erst zur Hälfte erfüllen. Und da neu noch ein siebentes Ticket zu vergeben ist, könnte sich im Goms noch die 22-jährige Fabienne Alder aufdrängen.

Quelle: sda
veröffentlicht: 23. Januar 2026 05:01
aktualisiert: 23. Januar 2026 05:01