Rund 2000 Anmeldungen für die St. Galler Cannabis-Studie
«Die 5000 sind die Zielgrösse für die gesamte Studie, nicht eine Voraussetzung für den Start», schrieb Matthias Humm, Präsident des Zürcher Vereins Swiss Cannabis Research, auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Die Rekrutierung für die St. Galler Studie laufe analog zu einer in Zürich. Bei der Zürcher Studie habe es zwei Jahre gedauert, bis sie voll war.
Die Aufnahme der Teilnehmenden sei «bewusst sorgfältig» gestaltet. Teil davon ist gemäss Humm ein persönliches Gespräch vor Ort. «Das braucht Zeit, ebenso wie es Zeit braucht, bis sich das Angebot unter Konsumierenden herumspricht.»
Die Studie im Kanton St. Gallen will unter anderem herausfinden, wie sich eine legale Abgabe von Cannabisprodukten auf den Schwarzmarkt auswirkt. «Unser Ziel ist es, evidenzbasierte Grundlagen für Politik, Gesellschaft und Prävention zu schaffen», hatte Paul-Lukas Good vom Verein Swiss Cannabis Research bei der Vorstellung der Studie im Sommer zudem erläutert. Der Verein wolle aufzeigen, wie eine «gute Gesetzgebung» rund um eine Cannabislegalisierung aussehen könnte.
Zwei Drittel der Studienteilnehmenden werden die Cannabisprodukte während fünf Jahren legal kaufen und konsumieren können. Eine Kontrollgruppe deckt sich weiterhin auf dem Schwarzmarkt ein. Begleitet wird die Untersuchung von einem unabhängigen Forschungsteam der Universität Zürich und dem KOF Institut ETH Zürich.
Noch kein Entscheid in der Stadt St. Gallen
Die Probandinnen und Probanden könnten voraussichtlich ab Herbst Cannabisprodukte in Apotheken kaufen, hiess es im Sommer. Der Verkaufsstart sei noch nicht erfolgt, führte Humm auf die jüngste Anfrage hin aus. Dieser sei aber für den November geplant, und zwar in einem sogenannten Swiss Cannabis Center in Wil sowie in Apotheken in Rorschach, Buchs, Sargans und Rapperswil. Weiter Verkaufsstellen könnten folgen.
Neu ist gemäss Humm zudem der Postversand von Cannabisprodukten in allen 43 teilnehmende Gemeinden möglich. Im Sommer war noch von lediglich 26 Gemeinden die Rede, in welche die Post liefert.
Weiterhin offen ist, ob auch die Kantonshauptstadt eine Abgabestelle erhält. «Bezüglich einer Abgabestelle in der Stadt warten wir noch auf den Entscheid der Stadt, sind aber zuversichtlich», schrieb Humm weiter.