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Silber glänzt, doch Nico Hischiers Schmerz bleibt

WM26

Silber glänzt, doch Nico Hischiers Schmerz bleibt

2. Juni 2026, 11:37 Uhr
Nico Hischier steht auch nach der bitteren Niederlage Keystone-SDA Red und Antwort (Archivaufnahme zu WM-Beginn)
© KEYSTONE/CLAUDIO THOMA
Die Silbermedaille hängt um seinen Hals, doch der Schmerz sitzt tief: Nach der bitteren Finalniederlage vor Heimpublikum spricht Nico Hischier über Enttäuschung, Tränen und neue Hoffnung.

Nico Hischier hat wässrige Augen, kurz bevor er die Bühne im Volkshaus in Zürich anlässlich der Medaillenfeier am Montagabend nach dem Gewinn der Silbermedaille an der Heim-WM verlässt. Die Enttäuschung sitzt beim Captain der New Jersey Devils noch tief. Er hat in der Nacht nach der 0:1-Finalniederlage gegen Finnland nicht viel geschlafen, verbrachte noch etwas Zeit mit seinen Teamkollegen und fand es schön, auch nach diesem bitteren Ende noch etwas mit ihnen zusammen zu sein. Er schätzte es auch sehr, dass viele Fans ihnen gesagt hätten, dass sie für sie gewonnen hätten, «aber als Sportler haben wir natürlich die falsche Medaille an».

Schon vor einem Jahr unterlagen die Schweizer im WM-Final 0:1 nach Verlängerung, damals gegen die USA und im letzten Spiel von Andres Ambühl im Nationaldress. Tut es diesmal jedoch noch mehr weh, weil die Chance vor heimischem Publikum vergeben wurde?

«Sicherlich, auf jeden Fall. Wir waren vor und während des Spiels positiv, wussten, dass es eigentlich unsere Zeit ist vor unseren Fans, die uns das ganze Turnier unglaublich unterstützt haben. Da ist der Schock doppelt so gross.»

Sie hatten am Ende Tränen in den Augen. Waren Sie etwas überwältigt von Ihren Gefühlen?

«Ich meine, man weiss nie, wie viele Chancen man noch hat, wir waren nun dreimal im Final. Ich selber möchte in den USA natürlich auch mal in den Playoffs sein und lange um den Stanley Cup spielen, dann kann ich so etwas vielleicht nicht mehr erleben. Es war für mich sehr, sehr emotional, ehrlich gesagt. Ich wollte dem Team in dem Moment mehr helfen, gab alles, aber es hat trotzdem nicht gereicht. Wie Leo (Genoni) auf der Bühne gesagt hat, so ist jeder Sport. Auf der einen Seite ist es wunderschön, auf der anderen sehr bitter, und wir waren leider wieder auf der anderen Seite. Jedoch werde ich dieses Turnier nie im Leben vergessen. Ich bin so dankbar, dass ich hier sein durfte, ich gesund war, ich das Turnier mit einem solchen Team spielen durfte. Es war bis zum letzten Tor alles perfekt.»

Können Sie so etwas gut verdauen?

«Logisch waren die anderen Finals auch sehr bitter, aber wie schon gesagt, waren wir überzeugt, dass es dieses Jahr klappt. Diese Frage kann ich Ihnen erst in ein paar Wochen beantworten. Normalerweise kann ich mich schon etwas ablenken, aber diese Niederlage ist sicher eine der bittersten, die ich jemals hatte.»

Simon Knak hat gesagt, dass diese Enttäuschung den Hunger nach dem WM-Titel nun umso grösser mache. Sehen Sie das auch so?

«Ja, logisch. Wir haben das Team dafür, um Weltmeister werden zu können, das haben wir bewiesen. Wir schlugen die Finnen in der Gruppenphase, dazumal bezwangen wir die USA in der Vorrunde und im Jahr zuvor Tschechien im Penaltyschiessen. Letztendlich entscheidet ein Spiel. Dass wir noch nie das Glück auf unsere Seite ziehen konnten, ist einfach bitter. Aber ich stehe zu 100 Prozent hinter dem Team, weiss, dass jeder alles probiert hat. So ist es im Leben, dass man alles möglich machen kann und es dennoch nicht auf die richtige Seite kippt. Aber natürlich gibt uns das Vertrauen, zeigt es uns, dass wir da sind, wo wir sein wollen. Es wird niemand aufgeben, ich bin überzeugt, dass wir nochmals eine Chance erhalten. Ich hoffe, dass ich dann dabei sein kann. Und dann greifen wir wieder genau gleich an, wie wir es in diesem Jahr getan haben.»

Quelle: sda
veröffentlicht: 2. Juni 2026 11:37
aktualisiert: 2. Juni 2026 11:37