Stan Wawrinka verabschiedet sich vom Geneva Open
Ein zweiter Sieg im Parc des Eaux-Vives lag für Wawrinka im Bereich des Möglichen. Der 41-Jährige war aber zu wenig konstant, um die Vorteile gegen den Weltranglisten-41. aus Kalifornien zu nutzen. Im ersten Satz verspielte er nach dem Break zum 5:4 bei eigenem Service einen Satzball und verlor etwas später das Tiebreak mit 1:7. Auch im zweiten Umgang führte der im ATP-Ranking an Nummer 119 geführte Schweizer mit Break, das Michelsen aber erneut bei erster Gelegenheit wettmachte. Erneut ging es ins Tiebreak, in welchem Wawrinka von Beginn weg einem Rückstand hinterherlief.
An Kampfgeist fehlte es Wawrinka nicht. Der dreifache Grand-Slam-Turniersieger fand bei schöner Genfer Abendsonne für seinen letzten Auftritt am Turnier, das er 2016 und 2017 gewonnen hatte, eine sympathische Mischung zwischen Lockerheit und dem nötigen Biss. Er hielt mit dem deutlich besser klassierten, aber in den vergangenen Wochen wenig erfolgreichen jungen Amerikaner gut mit. Bloss folgten beim Routinier auf starke Punktgewinne oft unerzwungene Fehler.
Nach dem Match wurde Wawrinka von Marc Rosset geehrt. Auf dem Grossbildschirm liefen einige der besten Momente seiner Karriere, die er mit feuchten Augen verfolgte. Der Clip endete mit den Worten «Merci Stan».
«Ich danke dem Turnier, dass ich nochmals hier antreten konnte. Das war für mich sehr wichtig», sagte der Waadtländer an die Zuschauenden gerichtet, zu denen auch seine Tochter Alexia gehörte. «Dass ich mit 41 Jahren immer noch spiele, liegt an euch, am Publikum, das mir die Kraft und die Motivation gibt.»
Der nächste Halt seiner Abschiedstour findet in Paris statt. Am Sonntag beginnt das French Open, für welches der Sieger von 2015 eine Wildcard erhalten hat.