Vacherot Überraschungssieger an den Swiss Indoors
Das Turnier der Überraschungen hat seinen am Ende logischen Sieger. Nachdem der als Nummer 8 gesetzte Jiri Lehecka (ATP 21) zunächst klar dominiert, wendet sich das Blatt im vierten Game des zweiten Satzes mit dem ersten Break Vacherots.
Für den 27-Jährigen aus Monaco ist es im zweiten ATP-Final der zweite Titel, nach seinem Durchbruch beim Masters-1000-Turnier in Schanghai vor einem Jahr. Lehecka verlor hingegen seinen dritten Final in diesem Jahr. In Miami (gegen Jannik Sinner) und Tokio (gegen Carlos Alcaraz) war er jedoch klarer Aussenseiter gewesen.
In Basel geht ihm gegen Vacherot allerdings nach dem überzeugenden Start die Luft aus. Bei 1:1 hat der Tscheche noch einmal zwei Breakchancen, die er nicht nutzen kann. Gleich darauf gibt er selber erstmals seinen Aufschlag ab. Danach passt nicht mehr viel zusammen. Auch im Entscheidungssatz geht Vacherot früh (zum 1:0) vorentscheidend in Führung. Nach knapp zwei Stunden nutzt der Monegasse gleich seinen ersten Matchball zum zweitgrössten Erfolg seiner Karriere.
Bereits vor Basel hatte Vacherot seinen Platz in den Top 50 verteidigt. Der Turniersieg ist nun so etwas wie Kirsche auf der Torte. «Das war eines meiner Ziele in diesem Jahr, einen Titel zu gewinnen», sagt der Monegasse, der sich in Basel sehr wohl fühlt, weil er nicht weit reisen muss.
Bernet/Stricker verlieren den Doppelfinal
Kein Happy End gab es für das Schweizer Doppel Henry Bernet/Dominic Stricker: Die beiden verloren den Final 6:7 (6:8), 6:7 (6:8). Gegen die als Nummer 3 gesetzten Franzosen Théo Arribage und Albano Olivetti musste sich das Schweizer Duo Henry Bernet/Dominic Stricker ganz knapp in zwei Tiebreaks geschlagen geben. Die Vorteile lagen aber stets leicht bei den Franzosen.
Im ersten Satz wehrten der 19-jährige Basler und der fünf Jahre ältere Berner drei Satzbälle ab, ehe sie doch klein beigeben mussten. Im zweiten Durchgang lagen sie mit einem Break hinten, konterten aber zum 4:4. Den zweiten Matchball im Tiebreak konnten sie aber nicht mehr abwehren.
Dennoch ist der Finaleinzug ein schöner Erfolg und sogar historisch. Nie zuvor hatte eine rein schweizerische Paarung den Final des an den Swiss Indoors seit 1976 ausgetragenen Doppels erreicht. Jakob Hlasek (1988 mit Tomas Smid und 1991 mit Patrick McEnroe) und Marc Rosset (1997 mit Tim Henman) gewannen jeweils mit ausländischen Partnern. Stricker hatte bereits zweimal bei ATP-Turnieren in der Schweiz triumphiert: In Gstaad mit Marc-Andrea Hüsler (2021) und Stan Wawrinka (2023).
Wechsel ins Tenü Grün
Die je 42'330 Euro bedeuten für Bernet und Stricker einen willkommenen Betrag. Es sind rund zwei Drittel ihres jeweils in diesem Jahr erspielten Preisgelds. Noch viel wichtiger für Bernet: «Als Basler war es ein Traum, am Sonntag vor so vielen Zuschauern auf dem Center Court zu spielen.»
Nun ändert sich das Leben der beiden Tennisprofis aber. Am Montag um 9 Uhr müssen sie pünktlich in Magglingen zum Appell antreten, sie beginnen die Spitzensportler-RS. «Es wäre gut, nicht zu spät zu kommen», meint Stricker lachend. «Das wäre kein guter Start.» Noch siebzehn Wochen - eigentlich waren sie schon in dieser Woche im Tenü Grün - stehen an, ab Januar können sie aber auch wieder Turniere spielen.
«Das ist eine grosse Chance, um einmal ausführlich zu trainieren», sind sich die beiden einig. Eine Waffe bekommen sie im Übrigen nicht. «Das wäre wohl nicht gut», meint Henry Bernet schmunzelnd.