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Zauberlehrling Lundskog will Lehrmeister die Show stehlen

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Zauberlehrling Lundskog will Lehrmeister die Show stehlen

26. März 2026, 05:00 Uhr
Johan Lundskog schaffte in anderthalb Jahren mit den Rapperswil-Jona Lakers den Turnaround
© KEYSTONE/TI-PRESS/PABLO GIANINAZZI
Der Rapperswiler Trainer Johan Lundskog war drei Jahre lang der Assistent von Fribourgs Headcoach Roger Rönnberg. Bisher liegen die Vorteile im Viertelfinal bei ihm.

Zwar feierte Fribourg am Dienstag mit einem 4:0 den ersten Sieg in der Serie gegen die Lakers, diese haben den Heimvorteil aber weiterhin auf ihrer Seite. Ein Scheitern wäre für Gottéron, das in der Qualifikation so viele Punkte (102) wie noch nie geholt hat, ein herber Dämpfer. Denn Roger Rönnberg wurde sozusagen als Messias verpflichtet - mit dem klaren Ziel, den ersten Meistertitel der Vereinsgeschichte zu gewinnen. Mit Frölunda triumphierte er viermal in der Champions Hockey League und wurde zweimal Meister.

Regelmässiger Austausch

Für Johan Lundskog ist Rönnberg der beste Trainer in Europa - bei drei Titelgewinnen war er als Assistent an seiner Seite. Die beiden haben nach wie vor eine grossartige Beziehung und tauschen regelmässig Ideen und Erfahrungen aus. «Ich kann ihn um Rat fragen, und er kann zu mir kommen, wenn er Rat braucht», sagt Lundskog im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. «Man braucht ein gutes Netzwerk aus kompetenten Leuten um sich herum. Denn - ganz ehrlich - wenn man denkt, man wisse schon alles, dann hat man ein Problem, oder?»

Besonders beeindruckt Lundskog an Rönnberg, «wie beständig er ist und wie hartnäckig in seiner Führungsarbeit. Ich finde, er ist einer der Besten, die ich je gesehen habe, wenn es darum geht, ein Ziel für eine Gruppe zu setzen und alle in die gleiche Richtung zu bringen.»

In dieser Hinsicht hat Lundskog offenbar viel von Rönnberg gelernt - das zeigen die Auftritte der Lakers. Der schwedisch-kanadische Doppelbürger ist seit Mitte Dezember 2024 der Cheftrainer der Rapperswiler, zuvor war er einer der Assistenten des entlassenen Stefan Hedlund. Als dieser gehen musste, waren die Lakers Vorletzter. Lundskog führte das Team noch auf den 9. Platz, ehe die erste Play-In-Runde gegen Ambri-Piotta (Gesamtskore 4:5) Endstation bedeutete.

Gezielte Veränderungen im Sommer

Jedoch waren während der Saison nur kleine Anpassungen möglich. Im Sommer wurden dann gezielt Veränderungen vorgenommen, welche die Stärken des Teams noch besser zur Geltung bringen. «Wir sind ein schnelles Team, haben eine grossartige Arbeitsmoral und sind stark im Forechecking. Und darauf wollten wir unser Spiel aufbauen», sagt Lundskog.

Der Start in die Meisterschaft gelang mit 13 Siegen in den ersten 16 Spielen vorzüglich. Dann ging es auch wegen vieler Verletzter bergab, aus den nächsten 29 Partien wurden nur noch acht Siege geholt. Der Vorsprung auf das elftklassierte Biel betrug am 29. Januar nur noch sechs Punkte. Seither aber läuft es wieder, ein Beleg für die Arbeit des Trainers und seines Staffs.

Und dabei kommt wieder Rönnberg ins Spiel, denn Lundskog antwortet auf die Frage, was sie so erfolgreich macht: «Dass wir so spielen, wie wir das vereinbart haben. Die Jungs stehen zu 100 Prozent dahinter. Hier ist niemand grösser als das Team, und jeder hat diese Einstellung verinnerlicht. Es gibt kein Geheimnis hinter unserem Erfolg - es ist harte Arbeit von allen.»

Wie 2006 und 2021?

Am Donnerstag streben die Lakers zu Hause den dritten Sieg in dieser Best-of-7-Serie und damit den nächsten Schritt in Richtung dritter Halbfinal-Qualifikation in der höchsten Liga nach 2006 und 2021 an. Das 0:4 am Dienstag soll bloss ein kleiner Rückschlag gewesen sein. Sie hätten die gesamte Saison über die Einstellung gehabt, immer nur ein Spiel nach dem anderen zu nehmen - nach dem tollen Start wie auch während der schwierigen Phase, so Lundskog. «Wenn wir nicht härter arbeiten als die Gegner und nicht diszipliniert in unserem System spielen, haben wir keine Chance. Und das wissen wir. Wir haben es auf die harte Tour gelernt.»

Dass er im Viertelfinal gegen seinen früheren Lehrmeister coacht, «das verleiht dem Ganzen vielleicht ein bisschen mehr Würze. Aber es ist nicht so bedeutend, wie es dargestellt wird», sagt der 41-Jährige. Ein Weiterkommen der Lakers wäre jedoch angesichts der Vorgeschichte der beiden ein besonderes Kapitel in der Geschichte der Rapperswiler - und Lundskog würde sozusagen zum Zauberlehrling.

Quelle: sda
veröffentlicht: 26. März 2026 05:00
aktualisiert: 26. März 2026 05:00