Zürcher Grüne fordern mehr Mitgefühl mit Stadttauben
Viele Freiwillige wären bereit, ehrenamtlich Taubenschläge zu betreuen, sagte Selina Walgis (Grüne). «Überall dort, wo sich viele Tauben aufhalten, braucht es Taubenschläge, in denen Eier entnommen werden», sagte sie.
Bisherige Schritte hätten keine Verbesserung gebracht, darum forderten die Grünen diese nun via Motion ein. Der Stadtrat solle seiner Verantwortung nachkommen. Vorbild ist das sogenannte Augsburger Modell. Die deutsche Stadt erarbeitete ein Konzept mit betreuten Taubenschlägen.
In der Antwort auf eine Anfrage der Grünen von 2025 habe der Stadtrat die Tötung von jährlich 910 bis 1727 Tauben genannt, sagte Walgis weiter. Die Tötung am Stadelhofen sei also bei weitem nicht das einzige Ereignis.
Nutzer fluten Instagram-Kanal der Stadt
Das Video hatte eine Leserin «20 Minuten» zugespielt. Es zeigte, wie Wildhüter der Stadt Zürich vergangene Woche am Stadelhofen Tauben in einer Grossfalle einfingen. Anschliessend wurden die Tiere vor Ort getötet. Wie «20 Minuten» am Mittwoch berichtete, fluteten Nutzer nach dem Aufruf eines deutschen Aktivisten den Instagram-Kanal der Stadt. Diese schloss schliesslich die Kommentarfunktion.
Das Ziel der Stadt Zürich ist es, mit den Tötungen die Dichte der Vögel zu verringern. Störend sei vor allem der Kot der Tauben. Jährlich sind dies rund 80 Tonnen.
Tauben füttern verboten
«Tauben füttern im Park» ist seit Januar 2023 eigentlich per kantonalem Jagdgesetz verboten. Ziel war es, dass die Tauben weniger Futter finden und somit weniger häufig brüten. In der Stadt Zürich hat dieses Fütterungsverbot allerdings wenig gebracht.
Aus falscher Tierliebe und Mitleid mit vermeintlich hungrigen Tauben wird das Fütterungsverbot gerne ignoriert. In der Stadt Zürich finden die verwilderten Stadttauben heute ein noch üppigeres Buffet als vor dem Verbot.