Alcaraz beim Comeback durch Shelton gestoppt
Shelton bezwang den siebenfachen Grand-Slam-Sieger in einem dramatischen Spiel, das als vorgezogener Final galt. Im fünften Satz schaffte der Amerikaner nochmals die Wende, nachdem er im vierten Durchgang den Ausgleich zum 2:2 nach Sätzen hatte hinnehmen müssen. Im Match-Tie-Break, das auf zehn Punkte gespielt wird, verwertete er seinen ersten Matchball.
Die Partie endete um 03:33 Uhr Ortszeit. Das ist ein Rekord. Im Halbfinal wartet auf Shelton nun Frances Tiafoe. Der Amerikaner hatte zuvor ebenfalls in einem Fünfsatz-Krimi seinen Landsmann Alex Michelsen ausgeschaltet.
Auf dem Papier ging der 23-jährige Spanier als Favorit in das mit Spannung erwartete Duell. Alcaraz hatte alle drei bisherigen Begegnungen auf der ATP-Tour gegen Shelton gewonnen. Im Marathon-Match nach Mitternacht wurde jedoch deutlich, dass dem Top-Star nach einer Verletzung am rechten Handgelenk die Matchpraxis fehlte. Flushing Meadows war für Alcaraz das erste Turnier seit April. Die viermonatige Zwangspause forderte im entscheidenden fünften Satz schliesslich ihren Tribut.
Shelton hingegen nutzte die Gunst der Stunde eiskalt. Der bestklassierte Amerikaner in der ATP-Weltrangliste hatte in den vergangenen Wochen viel Selbstvertrauen getankt. Mitte August gewann er zum zweiten Mal in Folge das Masters-1000-Turnier in Kanada. Am US Open bezwang er danach mit Hubert Hurkacz, Denis Shapovalov und Stefanos Tsitsipas drei ehemalige Top-Ten-Spieler in Serie.