Cristiano Ronaldo tritt aus dem Nationalteam zurück
«Heute geht meine Reise mit der Nationalmannschaft zu Ende», sagte Ronaldo in einem emotionalen Video auf Instagram, untermalt von Musik und Bildern aus seiner langen Laufbahn. Der Tag sei für ihn gekommen, das Trikot mit der Nummer 7 zurückzugeben. «23 Jahre lang hatte ich das Privileg und die Verantwortung, es zu tragen, es zu verteidigen und es in die Stadien der ganzen Welt zu bringen.»
Zahlreiche Rekorde
In 234 Länderspielen für Portugal erzielte er 146 Tore. Das sind nur zwei Rekordmarken in seiner mehr als 20-jährigen Nationalmannschaftskarriere. Damit endet die nächste internationale Karriere eines Superstars, der den Weltfussball über zwei Jahrzehnte geprägt hat. Ende August hatte sein Antipode Lionel Messi den Abschied aus der argentinischen Nationalmannschaft bekannt gegeben.
Die Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko war Ronaldos sechste. Auch das ist ein Rekord, den er sich mit Messi und dem Mexikaner Guillermo Ochoa teilt. Elfmal traf Ronaldo in 27 WM-Spielen, zum Gewinn des goldenen Pokals reichte es nie. Der EM-Titel 2016 und die beiden Nations-League-Triumphe 2019 und 2025 waren seine grössten Erfolge mit der Nationalmannschaft.
Höhepunkt war die EM 2016
Überschattet wird die lange Ära seit seinem Debüt für Portugal am 20. August 2003 aber von ihrem unrühmlichen Ende: Weil Ronaldo beim Nations-League-Spiel in Norwegen (2:1) nicht zum Einsatz kam und auch vier Tage später gegen Dänemark nur auf der Bank sitzen sollte, verliess er Ende September über Nacht das Teamquartier in Kopenhagen. Ein Eklat zwischen ihm und dem neuen Trainer Jorge Jesus, der sich nicht mehr reparieren liess.
Es begann mit einer Einwechslung für eine Ikone
Der Trainer beim ersten Länderspiel des damals 18-jährigen Ronaldo hiess noch Luiz Felipe Scolari. Der wechselte ihn beim 1:0 gegen Kasachstan in der Halbzeitpause für Portugals damaligen Superstar Luis Figo ein. Die EM 2004 im eigenen Land war Ronaldos erstes grosses Turnier und endete mit einer sensationellen Final-Niederlage gegen Aussenseiter Griechenland.
Zwölf Jahre später erlebte Ronaldo seinen Höhepunkt im Nationalteam. Portugal wurde durch ein 1:0 nach Verlängerung in Paris gegen Frankreich Europameister und holte seinen ersten grossen Titel. Dabei hatte das Team in der Gruppenphase kein Spiel gewonnen. Ronaldo musste im Final bereits nach 25 Minuten verletzt ausgewechselt werden. EM-Rekordmann ist er mit 30 Spielen und 14 Toren natürlich auch.
Kritik bei WM 2022
Bei der WM 2022 schien Ronaldos Zeit in der Seleção das Quinas bereits beendet zu sein. Nach schwachen Leistungen in der Gruppenphase und einer Niederlage gegen Südkorea wurde der Starstürmer aus der Startelf genommen. Sowohl beim 6:1 im Achtelfinal gegen die Schweiz, bei dem der für Ronaldo spielende Gonçalo Ramos drei Tore erzielte, als auch beim 0:1 gegen Marokko im Viertelfinal wurde der frühere Profi von Real Madrid und Manchester United nur eingewechselt.
Doch Ronaldo gab nicht auf, kam in der Qualifikation zur EM 2024 zu seinem 197. Länderspieleinsatz und stellte damit einen Rekord auf. Zudem erzielte er in neun Qualifikationsspielen zehn Tore und wurde trotz seines Wechsels nach Saudi-Arabien zu Al-Nassr wieder zur festen Grösse in der Mannschaft.
Die Diskussionen über seinen Status und ob er diesem Team auch mit über 40 noch helfen kann, gingen dennoch weiter. Die WM 2026 endete mit dem Ausscheiden in den Achtelfinals gegen Nachbarn Spanien. Zu häufig blieben die Portugiesen mit Ronaldo bei grossen Turnieren unter ihren Möglichkeiten.