Der Gold-Traum von Jason Joseph wird Wirklichkeit
Der 27-Jährige gewann in 13,12 Sekunden klar und bliebt nur 5 Hundertstel über dem Schweizer Rekord. Der Basler, EM-Dritter in Rom 2024, feierte seinen bislang grössten Erfolg. In der Halle wurde er ebenfalls schon Europameister.
Joseph, WM-Finalist 2023 und 2025, versöhnt sich damit auch mit dem WM-Final in Tokio, wo er vor der ersten Hürde stehen blieb. Nach einer Saison voller Höhen und Tiefen, in der ihn im Juni ein Muskelfaserriss im Oberschenkel ausbremste, kann der Hürdensprinter die Unsicherheiten abschütteln.
Joseph brannte nach dem bitteren Final-Drama der letztjährigen WM auf Wiedergutmachung. Und sie gelang. Bereits bei Rennhälfte lag er in Führung und brachte den Sieg vor dem Franzosen Just Kwaou-Mathey (13,16) und dem Polen Jakub Szymanski (13,26) ins Ziel. Das Rennen war vor dem Final völlig ausgeglichen, die Finalisten lagen im Halbfinal noch alle innerhalb von 14 Hundertsteln.
Joseph musste im Halbfinal einen Schreckmoment überstehen. Der vor ihm führende Belgier Elie Bacari stürzte auf die Bahn des Schweizers. Joseph verlor kurz den Rhythmus, fing sich aber wieder und kämpfte sich an die Spitze vor.
Nach Simon Ehammer mit Silber im Weitsprung holt Joseph die zweite Medaille für Swiss Athletics in Birmingham. Er beschert der Schweiz das insgesamt 14. EM-Gold.
Mujinga Kambundji fehlt noch einiges
Mujinga Kambundji ist über 200 m an der EM in Birmingham noch nicht auf dem Niveau früherer Tage. In 23,81 Sekunden war sie chancenlos.
Erst Ende November des vergangenen Jahres brachte die Berner Sprint-Königin ihren Sohn Léon zur Welt. Dass die 34-Jährige nur achteinhalb Monate nach der Geburt dank einer Wildcard als Titelverteidigerin über 200 m im Halbfinal steht, ist an sich schon eine sportlich starke Leistung. Kambundji selbst betonte, dass für sie der Spass und das Gefühl, überhaupt wieder kompetitiv auf internationalem Niveau mitzuhalten, im Vordergrund stehe.
Im Final vertritt dafür Fabienne Hoenke die Schweizer Farben. Die Frau aus dem Fricktal erzielte bei Windstille in 22,46 Sekunden erneut eine persönliche Bestzeit. Léonie Pointet (23,10) und Iris Callgiuri (23,34) verpassten den Cut für den Final, der bei 22,77 Sekunden lag.