Die wichtigsten Fakten zur 120. Lombardei-Rundfahrt
Am Samstag steht mit der Lombardei-Rundfahrt das letzte der fünf sogenannten Radsport-Monumente und somit der letzte Höhepunkt dieser Radsaison im Programm. Am Start in Bergamo befindet sich auch ein Schweizer Quartett. Nachfolgend die wichtigsten Fakten:
Die Strecke
Start- und Zielort der Lombardei-Rundfahrt alternieren jeweils zwischen Como und Bergamo. Heuer endet die 120. Austragung des Herbst-Klassikers nach 239 km in Como. Zu bewältigen sind am Samstag rund 4500 Höhenmeter und neun klassifizierte Anstiege. Auf den letzten 30 km entscheiden die zwei Passagen über den San Fermo della Battaglia und der steile Anstieg nach Civiglio (4 km mit durchschnittlich fast zehn Prozent Steigung) über den Sieg beim fünften und letzten Radsport-Monument des Jahres. Bei den anderen vier (Mailand - Sanremo, Paris - Roubaix, Flandern-Rundfahrt und Lüttich-Bastogne-Lüttich) trug einzig in Roubaix mit Wout van Aert der Sieger einen anderen Namen als Tadej Pogacar.
Der Abwesende
Tadej Pogacar, so hiess auch der Sieger der letzten fünf Austragungen des Klassikers in der Lombardei. Doch ausgerechnet der Slowene fehlt heuer. Pogacars Saison endete vorzeitig am 29. August nach einem schweren Sturz an der Spanien-Rundfahrt, die er als Leader überlegen anführte.
Damit bleibt der Italiener Fausto Coppi, der 1946 bis 1949 und dann nochmals 1954 triumphierte, zumindest für ein weiteres Jahr zusammen mit Pogacar Rekordsieger der Lombardei-Rundfahrt.
Der Topanwärter
Durch Pogacars Absenz ist klar, dass es einen neuen Siegernamen geben wird. Die Ausgangslage beim «Rennen der fallenden Blätter» präsentiert sich zudem auch offener als zuletzt. Remco Evenepoel unterstrich seine starke Form in den vergangenen Wochen mit Zeitfahr-WM-Gold in Montreal und EM-Gold im Strassenrennen in Slowenien. In der Lombardei wurde er 2024 und 2025 - mit Rückständen von gut drei und knapp zwei Minuten - hinter Pogacar jeweils solo Zweiter.
Die Mitfavoriten
Zu beachten gilt es auch den Franzosen Paul Seixas - mit 20 Jahren und 16 Tagen ist der Tour-de-France-Vierte der jüngste Fahrer im Feld -, den Briten Tom Pidcock und Giulio Ciccone. Der Italiener, 2024 in der Lombardei Dritter, sah sich letzten Sonntag an der EM im Zweier-Sprint nur um wenige Millimeter von Evenepoel bezwungen.
Aussenseiterchancen eingeräumt werden unter anderen dem Überraschungs-Weltmeister von Montreal, Brandon McNulty, und Isaac del Toro. Der Amerikaner und der Mexikaner sind in Abwesenheit von Pogacar die Leader des UAE Team Emirates.
Die Schweizer
Auf der Startliste figurieren vier Schweizer. Das vom letztjährigen Dritten Michael Storer angeführte Team Tudor stellt mit Marc Hirschi, Yannis Voisard und Fabian Weiss drei Schweizer am Start in Bergamo. Beim UAE-Team ist Jan Christen als Helfer für McNulty und Del Toro vorgesehen.
Als bislang letzter Schweizer gewann Oliver Zaugg 2011 den Herbst-Klassiker.