Doppelte Premiere beim Weltcup-Auftakt in Sölden
Im Vorjahr fuhr Paula Moltzan auf dem Rettenbachgletscher oberhalb von Sölden hinter Julia Scheib und vor Lara Gut-Behrami auf den 2. Platz. Nun, ein Jahr später und nach ihrem Markenwechsel von Rossignol zu Van Deer, preschte die Amerikanerin im zweiten Durchgang von Platz 5 bis an die Spitze. Ihre persönliche Premiere im 149. Rennen auf höchster Stufe war auch eine für ihren neuen Ausrüster. Moltzan ist die erste Frau, die auf Van-Deer-Ski fährt. Der Marke von Marcel Hirscher bescherte die 32-Jährige nun bei erster Gelegenheit einen Sieg bei den Frauen.
Das Risiko zahlt sich aus
«Es fühlt sich etwas surreal an, aber ich bin wirklich stolz auf das Skifahren, das ich heute gezeigt habe», sagte Moltzan nach ihrem Triumph. Im ersten Lauf habe sie sich noch etwas herangetastet und abgewartet. «Im zweiten Lauf habe ich dann das schlechte Wetter zu meinem Vorteil genutzt. Ich mag es, wenn man nicht viel sieht, weil ich mir selbst voll vertraue.» Der Markenwechsel sei risikobehaftet gewesen. «Aber er hat sich ganz klar gelohnt.»
Moltzan war in der Endabrechnung den Wimpernschlag einer Hundertstelsekunde schneller als Lara Colturi. Damit verhinderte sie den ersten Weltcupsieg für den albanischen Verband. Die Deutsche Emma Aicher sicherte sich als Dritte ihren ersten Podestplatz im Riesenslalom und unterstrich damit ihre Ambitionen auf die grosse Kristallkugel.
Favoritinnen straucheln
Die Spitze wurde im zweiten Lauf ordentlich durcheinandergewirbelt. Bei immer schlechter werdenden Bedingungen mit Schneefall vermochte Mikaela Shiffrin ihre Halbzeit-Führung nicht ins Ziel zu bringen und wurde auf den 7. Platz durchgereicht. Auch Sara Hector, nach dem ersten Lauf Zweite, beendete das Rennen noch neben dem Podest und musste sich mit dem 4. Rang begnügen. Camille Rast verpasste ihr erstes Podest in Sölden ebenfalls. Nach dem ersten Durchgang noch auf Platz 3 liegend, büsste sie in der Entscheidung noch drei Ränge ein. Am Ende fehlten ihr als Sechste knapp drei Zehntel auf das Podest.
Bereits im ersten Lauf aus der Entscheidung fiel Topfavoritin Julia Scheib. Die Vorjahressiegerin aus Österreich, die sich am Ende des vergangenen Winters die kleine Kristallkugel im Riesenslalom gesichert hatte, wurde im Steilhang ausgehoben und stürzte spektakulär. Nach ersten Erkenntnissen blieb sie unverletzt. Zum Zeitpunkt ihres Ausfalls war die 28-Jährige klar die Schnellste gewesen.