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Erkenntnisse aus der ersten Runde der WM-Gruppenphase

WM 2026

Erkenntnisse aus der ersten Runde der WM-Gruppenphase

18. Juni 2026, 10:53 Uhr
Lionel Messi verzückt seine Landsleute auch kurz vor seinem 39. Geburtstag noch
© KEYSTONE/EPA/AMY KONTRAS
Die ersten 24 von 104 Spielen der Fussball-WM sind absolviert. Was ist bisher aufgefallen? Von der grösseren Vorsicht, beachtlichen Aussenseitern und Stars, die reihenweise treffen.

Remisflut

So einen WM-Spieltag wie am Montag gab es zuletzt vor 68 Jahren, als vier Partien hintereinander unentschieden ausgingen. Ziemlich überraschend trennten sich Europameister Spanien und Aussenseiter Kap Verde 0:0, es folgten das 1:1 zwischen Belgien und Ägypten, das 1:1 zwischen Saudi-Arabien und Uruguay sowie das 2:2 zwischen Iran und Neuseeland.

Wie selten das ist, zeigt eine FIFA-Statistik: Einen solchen Spieltag hatte es in der Turnierhistorie zuvor nur am 15. Juni 1958 gegeben. Allgemein fiel der Trend zum Remis am ersten Spieltag auf. Auch die Schweiz (1:1 gegen Katar), Kanada (1:1 gegen Bosnien-Herzegowina) und die Niederlande (2:2 gegen Japan) kamen trotz ihrer Favoritenrolle nicht über einen Punkt hinaus.

Die vielen Unentschieden könnten auch im neuen Modus der erstmals auf 48 Teams aufgestockten WM begründet sein. In die Runde der besten 32 kommen nicht nur die zwölf Gruppensieger und die zwölf Zweiten, sondern auch die besten acht Dritten. Der Quervergleich verschiedener Gruppen führt verstärkt zu taktischen Spielereien, wie die Europameisterschaften 2016, 2021 und 2024 bereits belegt haben.

Stars liefern

Die ganz grossen Namen sind in Form - und haben den ersten Spieltag mit ihren Toren geprägt. Lionel Messi zog mit drei Toren beim 3:0 Argentiniens gegen Algerien mit Miroslav Klose als erfolgreichster WM-Torschütze gleich. Beide haben nun 16 Tore. Norwegens Stürmerstar Erling Haaland feierte einen WM-Einstand nach Mass; er traf in seiner ersten Partie beim 4:1 gegen den Irak zweimal.

Auch der französische Topstar Kylian Mbappé (3:1 gegen Senegal) und Englands Captain Harry Kane (4:2 gegen Kroatien) waren zweimal erfolgreich. Brasiliens Vinicius Junior bewahrte den Rekord-Weltmeister mit seinem Treffer beim schwungvollen 1:1 gegen Geheimfavorit Marokko vor einer Pleite zum Auftakt. Ohne Tor blieb Spaniens Lamine Yamal, der nach einer Verletzung erst spät eingewechselt wurde.

Aussenseiter überraschen

Die Erweiterung des Teilnehmerfelds von 32 auf 48 Nationen verwässert den sportlichen Wettbewerb - das war eines der Kernargumente derjenigen, die die Aufstockung kritisch beurteilen. Mit Debütant Curaçao und Tunesien (1:5 gegen Schweden) gab es zwar vereinzelt Beispiele für diese These, doch die meisten Aussenseiter schlugen sich beachtlich. Einige überraschten sogar wie Katar und Kap Verde. Der WM-Gastgeber von 2022 Katar trotzte der Schweiz ein 1:1 ab, Kap Verde schaffte sensationell eine Nullnummer gegen Europameister Spanien.

Zudem siegte Australien unerwartet 2:0 gegen die als Geheimfavorit gehandelte Türkei. Und auch Haiti machte beim 0:1 gegen Schottland eine ordentliche Falle und blieb nicht chancenlos. Für einen echten Coup sorgte die Demokratische Republik Kongo, die gegen Mitfavorit Portugal mit Cristiano Ronaldo ein 1:1 erkämpfte.

Unangenehme Nebengeräusche

Wie zu befürchten war, begleiteten politische Nebengeräusche den Beginn der WM 2026. Vor allem die verschärften Einreisebestimmungen der USA sorgen für Komplikationen und Diskussionen. Mehrere Funktionäre der iranischen Delegation etwa erhielten kein Visa, unter ihnen Verbandsvertreter und wichtige Staff-Mitglieder. Die Mannschaft musste ihr Basislager von Arizona nach Tijuana in Mexiko verlegen, für die Einreise zum Match in den USA zahlreiche Hürden bewältigen und nach dem 2:2 umgehend zurück nach Mexiko reisen.

Auch andere Fälle warfen die Frage auf, ob die US-Grenzpolitik mit dem Anspruch einer offenen Weltmeisterschaft vereinbar ist. Der für die WM nominierte somalische Schiedsrichter Omar Artan zum Beispiel durfte trotz vorgesehener Teilnahme nicht in die USA einreisen und verpasst das Turnier. Andere klagten über zeitraubende, als Schikane empfundene Kontrollen bei der Einreise.

Fast schon zynisch wirkte, dass der wegen mutmasslicher mehrfacher Vergewaltigung und sexueller Nötigung angeklagte ghanaische Mittelfeldspieler Thomas Partey in die USA einreisen durfte, dann aber nicht nach Kanada für das erste Gruppenspiel der Afrikaner.

Quelle: sda
veröffentlicht: 18. Juni 2026 10:53
aktualisiert: 18. Juni 2026 10:53