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Freuler blickt einem spannenden Saisonabschluss entgegen

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Freuler blickt einem spannenden Saisonabschluss entgegen

26. März 2026, 04:45 Uhr
Remo Freuler freut sich auf das letzte Saisonviertel
© KEYSTONE/ANTHONY ANEX
Remo Freuler ist nicht nur im Schweizer Nationalteam ein wichtiger Leistungsträger, sondern auch in der Serie A eine feste Grösse. Nun könnte er die Rekordmarke von Stephan Lichtsteiner erreichen.

Er könnte der Schweizer Spieler mit den meisten Einsätzen in der Serie A werden. Acht Einsätze fehlen Remo Freuler noch, um den Rekord von 301 Partien von Stephan Lichtsteiner zu egalisieren. Und der Blick auf den Spielplan zeigt: Bis Saisonende stehen noch genau acht Partien auf dem Programm. Blerim Dzemaili (280 Spiele), Valon Behrami und Gökhan Inler (je 259) hat er bereits hinter sich gelassen.

Für den Mittelfeldspieler wäre es ein «nice to have», mehr aber nicht. So sagt er an der Pressekonferenz in Horben, dass er den möglichen Rekord nicht wirklich auf dem Schirm gehabt habe. Dennoch dürfte es ihn auch mit Stolz und Genugtuung erfüllen, denn eine solche Karriere hatten ihm zu Beginn nur wenige zugetraut.

Harziger Karrierestart

Statt sich bei den Grasshoppers zu etablieren, wird Freuler zuerst in die Challenge League zu Winterthur ausgeliehen und dann definitiv abgegeben. Die Rückkehr in die Super League schafft er 2013 mit dem Wechsel zum FC Luzern. Zweieinhalb Saisons spielt Freuler in der Innerschweiz, ehe er in die Serie A zu Atalanta Bergamo wechselt.

Erst als er dort Stammspieler wird, wird er auch im Schweizer Nationalteam zum Thema. Kurz vor seinem 25. Geburtstag erhält Freuler das erste Aufgebot und kommt im Testspiel gegen Lettland zu seinen ersten sechs Minuten als Nationalspieler.

Doch auch dort braucht Freuler Geduld. An die WM 2018 in Russland wird er zwar mitgenommen, erhält aber keine Einsatzminute. Erst nach dem Rücktritt von Behrami kommt Freuler regelmässig zum Zug und wird dafür umso schneller zur festen Grösse.

Inzwischen steht der 33-Jährige bei 84 Länderspielen und sorgt im defensiven Mittelfeld an der Seite von Captain Granit Xhaka für die so wichtige Stabilität im Team. Trainer Murat Yakin bezeichnet beide als «absolute Leader», die das Team allein durch ihre Präsenz besser machen.

Super League ist kein Thema

Dass er härter als andere um Anerkennung kämpfen musste, war Freuler bisweilen anzumerken. Inzwischen wirkt er, der Anfang Jahr zum dritten Mal Vater geworden ist, gelassener. Auch wenn es um seinen auslaufenden Vertrag bei Bologna geht.

Zu seinen Zukunftsvorstellungen hält er sich bedeckt. «Ich habe einige Pläne im Kopf, aber was genau kommen wird, zeigt sich dann im Sommer.» Klar ist, dass er es sich vorstellen kann, in Italien zu bleiben. Dort fühlt er sich wohl, spricht die Sprache fliessend. Gleichwohl will er sich «alle Optionen anschauen».

Eine Rückkehr in die Super League, wie es andere in seinem Alter auch schon gemacht haben, schliesst er dagegen aus. Das sei «momentan» kein Thema.

Fokus auf den Saisonabschluss

Zuerst will er sowieso seinen Beitrag zu einem gelungenen Saisonabschluss leisten. Bologna, das am Sonntag eine 0:2-Heimniederlage gegen Lazio Rom kassierte, steckt im Tabellenmittelfeld fest. Die Europacup-Plätze sind in weite Ferne gerückt.

Nach dem dramatischen Achtelfinalsieg gegen die AS Roma befinden sich die Rossoblu aber weiterhin im Rennen um den Titel in der Europa League. Im Viertelfinal kommt es zum Duell mit Aston Villa. Nachdem der Klub im letzten Jahr mit dem Sieg im Cup eine 51-jährige Durststrecke ohne grossen Titelgewinn beendet hat, wäre dies der nächste Coup. «Es ist natürlich der Traum, solche Momente nochmals zu erleben», sagt Freuler.

Vorfreude auf Testspiele

Zuerst stehen aber die beiden Einsätze im Nationalteam an. Testspiele im Frühling, wenn die Meisterschaft schon eine Weile dauert und ein intensiver Schlussspurt ansteht, sind für die Spieler oft nicht besonders attraktiv. Dieses Mal warten mit Deutschland und Norwegen aber zwei starke und spannende Gegner auf die Schweizer. Freuler spricht von «schönen Duellen», einem «Derby» mit Deutschland und einem «interessanten Vergleich» mit Norwegen, das eine «super Qualifikation» gespielt habe.

Danach folgt Freulers dritte WM, seine zweite als Stammspieler - sollte nichts Unvorhergesehenes passieren. Er brauchte Geduld, doch inzwischen weiss man überall, was man an Freuler hat.

Quelle: sda
veröffentlicht: 26. März 2026 04:45
aktualisiert: 26. März 2026 04:45