Manzambi, Vargas und Sow müssen Training abbrechen
Zu den genauen Hintergründen äusserte sich der Trainer an der Pressekonferenz am Montagnachmittag vor dem Achtelfinal gegen Kolumbien nicht.
«Es wäre natürlich ein Riesenverlust für uns», sagte der Schweizer Nationaltrainer, der angespannt wirkte. «Ich hoffe, dass ich in ein paar Stunden wieder etwas bessere Laune habe.» Er habe sich jedoch gezwungenermassen bereits mit dem schlimmsten Szenario auseinandergesetzt, so Yakin. «Zum Glück haben wir viele Optionen.»
Kein Update vom Verband
Ob Yakin tatsächlich besorgt war oder mit seinen Aussagen den Gegner bewusst verunsichern wollte, blieb offen. Dass der neben ihm sitzende Nico Elvedi von einem «super Abschlusstraining» sprach, liess die Situation zusätzlich skurril erscheinen.
Der Verband kündigte an, nach den medizinischen Untersuchungen ein Update zu veröffentlichen, sofern diese Auswirkungen auf das Spiel hätten. Bis 22.00 Uhr Ortszeit blieb eine entsprechende Mitteilung jedoch aus. Somit dürfte erst kurz vor dem Anpfiff bekannt werden, ob und in welchem Ausmass die betroffenen Spieler durch den Zwischenfall im Training beeinträchtigt wurden.
Manzambi mit Knieverletzung?
Ein Ausfall wäre allerdings schwerwiegend: Manzambi (drei Tore, zwei Assists) und Vargas (zwei Tore, ein Assist) gehörten mit ihren Skorerpunkten zu den wichtigsten Leistungsträgern der Schweizer WM-Auswahl. Vor allem der erst 20-jährige Manzambi sorgte mit seinen kraftvollen Antritten und schnellen Dribblings für Aufsehen. Er gilt zudem als einer der Favoriten auf den «Young Player Award», den die FIFA im Rahmen der Weltmeisterschaft vergibt.
Wie der «Blick» berichtet, seien aber gerade bei Manzambi die Sorgen gross. Demnach zog sich der Genfer in der allerletzten Einheit des Abschlusstrainings beim «Fünf gegen Fünf» ohne Einwirkung eines anderen Spielers eine vermeintliche Knieverletzung zu. Eine MRI-Untersuchung habe dann Klarheit geschaffen, der Genfer falle mindestens für den Achtelfinal aus, vermeldete das Boulevardblatt. Eine Bestätigung des SFV lag zunächst nicht vor.
Am Abschlusstraining gar nicht erst teilgenommen haben Michel Aebischer und Luca Jaquez, die seit mehreren Tagen mit muskulären Beschwerden kämpfen. Sie dürften den Achtelfinal deshalb verpassen.
«Nur 100-prozentig fitte Spieler»
«Es ist natürlich eine unglückliche Ausgangslage», sagte Yakin. «Aber wir bereiten uns gut auf den Gegner vor und passen unsere Taktik den verfügbaren Spielern an.» Auf dem Platz würden ausschliesslich Akteure stehen, die zu hundert Prozent fit seien.
Nun könnte sich die Flexibilität, die das Team bislang gezeigt hat, als entscheidender Vorteil erweisen. «Jeder Spieler wartet auf seine Chance.» Für den Trainer ist klar, dass gegen Kolumbien vor allem die Mentalität gefragt sein wird. «Wir müssen die Zweikämpfe annehmen, als Kollektiv verteidigen und gleichzeitig unser eigenes Spiel durchziehen.»
Das Spiel findet am Dienstag um 22.00 Uhr Schweizer Zeit in Vancouver statt.