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Nationaltrainer kündigt Experimente an

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Nationaltrainer kündigt Experimente an

24. März 2026, 04:31 Uhr
Nationaltrainer Murat Yakin hat vor, rund um die Testspiele gegen Deutschland und Norwegen verschiedene Formationen zu testen
© KEYSTONE/PETER KLAUNZER
Am Montag versammelt sich das Schweizer Nationalteam in Horben im Breisgau. Das sind die wichtigsten Fragen vor den Testspielen gegen Deutschland und Norwegen.

Wieso findet die Vorbereitung in Deutschland statt?

Das Spiel gegen Deutschland wird am Freitag in Basel ausgetragen, dennoch reist das Nationalteam zur Vorbereitung nach Deutschland. Die Trainings werden in Freiburg im Breisgau abgehalten, die Unterkunft liegt im benachbarten Dörfchen Horben, in dem gut 1200 Menschen wohnen.

Die Gründe für die spezielle Ortswahl sind vielfältig: Yakin bevorzugt es, wenn sein Team etwas abgeschieden untergebracht ist. Das fördere zum einen den Fokus und stärke zum anderen den Zusammenhalt unter den Spielern, so der Nationaltrainer. Ausserdem findet das Nationalteam im traditionsreichen Dreisamstadion beste Trainingsbedingungen vor. Nicht zuletzt haben Yakin und sein Staff gute Erinnerungen an Horben: Im September des vergangenen Jahres bereitete sich die Nati dort auf die ersten Spiele der später erfolgreichen WM-Qualifikation vor.

Welche Spieler stehen im Fokus?

Nach den guten Leistungen im vergangenen Herbst steht das Grundgerüst des Teams, das im Juni an die WM in den USA, Kanada und Mexiko reisen wird. Nun geht es darum, die Mannschaft optimal zu ergänzen. Dazu hat Yakin einige Spieler aufgeboten, die zuletzt nicht regelmässig zum Team gehörten.

Im Fokus steht vor allem das Comeback von Noah Okafor, der nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Filip Ugrinic nachnominiert wurde. Seine Personalie war in den letzten Monaten die meistdiskutierte im Nationalteam. Die Qualitäten des 25-jährigen Angreifers sind unbestritten, seine Einstellung liess jedoch gelegentlich zu wünschen übrig. Deshalb war ein klärendes Gespräch mit Yakin nötig, für das der Trainer den Spieler von Leeds United in England besucht hatte. Nun erhält Okafor eine neue Chance, sich ins Team einzufügen.

Unter besonderer Beobachtung stehen zudem Verteidiger Eray Cömert, der sich bei Valencia einen Stammplatz erkämpft hat, sowie ein YB-Duo. Aus Bern stossen Alvyn Sanches und Joël Monteiro zum Nationalteam. Sanches hatte sich ausgerechnet bei seinem Länderspiel-Debüt im letzten Jahr verletzt. Seit seiner Rückkehr überzeugt er jedoch mit starken Leistungen. Monteiro wurde kurz vor der EM 2024 eingebürgert, schaffte den Kader-Cut aber nicht. Nun möchte Yakin den Angreifer erneut testen.

Warum nur eine Sturmspitze im Kader?

Mit Breel Embolo, der bei Stade Rennes zuletzt meist nur noch als Joker eingesetzt wurde, hat Yakin nur eine «echte» Sturmspitze ins Nationalteam berufen. Zuletzt aufgebotene Spieler wie Cedric Itten, der bei Fortuna Düsseldorf immerhin elf Ligatore erzielt hat, oder Andi Zeqiri (Widzew Lodz) stehen dagegen nicht im Kader für die Testspiele.

Yakin erklärte am vergangenen Donnerstag, dass er Itten und Zeqiri weiterhin im Hinterkopf habe, im Angriff jedoch «zwei, drei Dinge ausprobieren» wolle. Dabei nannte er Joël Monteiro und Johan Manzambi als mögliche Optionen im Sturmzentrum, obwohl beide in ihren Klubs andere Positionen innehaben.

Im Hinblick auf die WM hofft Yakin auch auf Zeki Amdouni, der in dieser Saison allerdings noch kein Spiel bestritten hat und nach seinem Kreuzbandriss derzeit am Comeback arbeitet. Wird der Stürmer von Burnley rechtzeitig fit, dürfte er für die Endrunde berücksichtigt werden.

Stellt Yakin das System nochmals um?

Mit Silvan Widmer hat Yakin nur einen Rechtsverteidiger aufgeboten. Dies könnte als Indiz dafür gewertet werden, dass der Nationaltrainer sein System umstellen und auf eine Dreierabwehr setzen wird. Das hatte er bereits vor der EM in Deutschland so gemacht und dann auch im Turnier umgesetzt. Dieses Mal wäre es allerdings überraschend, da die Viererkette in der WM-Qualifikation gut funktioniert hat.

Für eine Umstellung spricht Denis Zakaria. Yakin hat schon länger die Idee, den Monaco-Captain in die Abwehr einzubauen. Zuletzt fehlte dieser jedoch häufig verletzungsbedingt. Im Klub wird der langjährige Mittelfeldspieler bereits seit einiger Zeit auch in der Innenverteidigung als Teil einer Dreierkette eingesetzt. Er habe mit Zakaria «etwas Spezielles» vor, kündigte Yakin an. Am Ende gehe es jedoch auch darum, ob der Spieler diese Idee umsetzen möchte.

Wer komplettiert die Schweizer WM-Gruppe?

Katar und Kanada stehen als WM-Gegner der Schweiz fest, ein Team kommt noch hinzu. Die Gruppe B ergänzen wird entweder Italien, Bosnien, Wales oder Nordirland. In den Playoffs kommt es am 26. März zunächst zu den Begegnungen Italien - Nordirland sowie Wales - Bosnien. Die Sieger treffen fünf Tage später im Final aufeinander.

Quelle: sda
veröffentlicht: 24. März 2026 04:31
aktualisiert: 24. März 2026 04:31